Monica Gubser ist tot: Die Schauspielerin, die Auftritte in den Kinofilmen «Die Herbstzeitlosen», «Die letzte Pointe» und in der TV-Serie «Lüthi & Blanc» hatte, ist am Mittwoch im Alter von 88 Jahren gestorben. Das bestätigte Gubsers Sohn Camille Derron am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Noch vor einem Jahr feierte Gubser einen der Höhepunkte ihrer langjährigen Karriere: Sie wurde 2018 für ihre Darstellung in Rolf Lyssys Spielfilm «Die letzte Pointe» für einen Schweizer Filmpreis in der Kategorie beste Schauspielerin nominiert. Die Auszeichnung ging allerdings an ihre um Generationen jüngere Kollegin Luna Wedler. In «Die letzte Pointe» spielte Gubser eine alte Dame, die Sterbehilfe in Anspruch nehmen will, weil sie sich vor einer Demenzerkrankung fürchtet, sich dann aber in einen jungen Mann verliebt.

Filmpräsentation mit Monica Gubser

Rolf Lyssy stellt am ZFF neue Komödie vor

Rolf Lyssy stellte am Zurich Film Festival 2017 seine Komödie "Die letzte Pointe" vor.

In der Komödie mit Monica Gubser geht es um Sterbehilfe. Der 81-jährige Regisseur genoss sichtlich die Aufmerksamkeit für seinen neuen Film.

Schweizweit bekannt wurde die Schauspielerin schon Jahre vorher durch ihre Rolle in der SRF-Soap «Lüthi & Blanc» (2002). Vier Jahre später folgte mit «Die Herbstzeitlosen» von Bettina Oberli (2006) eine Hauptrolle in einem der erfolgreichsten Schweizer Kinofilme überhaupt. 

Familie hatte Priorität

Eine erstaunliche Karriere, besonders wenn man bedenkt, dass Monica Gubser den Sprung von der Theaterbühne in die Filmbranche erst im hohen Alter von gegen 70 Jahren schaffte. Zuvor stand die ausgebildete Theaterschauspielerin, die in Basel aufwuchs, vor allem auf der Theaterbühne. Sie spielte am Schauspielhaus in Zürich, am Theater Basel und vor allem auch am damaligen Städtebundtheater Biel-Solothurn. Hier war sie als junge Frau vier Jahre lang beschäftigt; dann heiratete sie einen stadtbekannten Gastronomen und beschloss, dem Theater- und Schauspielerleben den Rücken zu kehren. Sie wurde Mutter von drei Söhnen und arbeitete als Wirtin mit Leib und Seele.

Noch im vergangenen Sommer erzählte sie in einem Interview mit Blick auf die erst späte Filmkarriere: «Ich lebe im Hier und Jetzt und verschwende keine Zeit, Vergangenem nachzutrauern.» Sie freute sich sehr über den späten Filmerfolg, besonders auch darüber, dass ihre Gesundheit es zuliess, noch immer Hauptrollen zu stemmen. Dennoch sagte sie auch: «In meinem Alter ist nicht sicher, ob ich nochmals eine Rolle spielen werde oder nicht.» Über ihren Lebensort Solothurn, den sie als junge Frau noch verabscheute, sagte sie: «Ich möchte nicht mehr weg von Solothurn, hier werde ich einmal in die Erde gelegt.» Sie sei hier gut aufgehoben, denn ihre Familie lebe in der näheren Umgebung. Dass sie nun aber nun so bald «in die Erde gelegt» wird, hätte man von der im Sommer 2018 noch so quirligen Schauspielerin nicht gedacht.