Wenn es in diesem Jahr eine Woche gibt, in der man nicht an der Filmstadt Basel vorbeikommt, dann ist es die laufende: Das Allianz Cinema auf dem Münsterplatz zeigt heute Abend ausschliesslich regionales Filmschaffen, darunter den Kinofilm «Marija» von Michael Koch. Und das Stadtkino, die Heimat von «Le Bon Film», feiert sein 20-Jahr-Jubiläum am aktuellen Platz. Und das Gässli Film Festival bietet der jungen Filmszene nicht nur eine wichtige Plattform zum Austausch, sondern feiert en passant sein 10-Jahr-Jubiläum.

Hinter dem kleinen Festival im Basler Gerbergässlein stehen idealistische Filmbegeisterte des «Vereins für die Förderung der Begeisterung am bewegten Bild (VFBbB)». Da steckt Spass drin, keine Frage, aber sie meinen es auch ernst. Mit Giacun Caduff weiss das Gässli Film Festival einen Mister Duracell in seinen Reihen, der unermüdlich Leute zusammentrommelt und es immer wieder schafft, namhafte Filmemacher ins Gässli zu locken. So vermochte er schon Rolf Lyssy («Die Schweizermacher») oder Hollywood-Regisseur Terry Zwigoff («Ghost World») als Stargäste zu gewinnen.

Hollywood im Gässli

In diesem Jahr plaudert der US-Regisseur Frank Coraci aus dem Nähkästchen. Sein Name mag uns nicht vertraut sein, einige seiner Filme hingegen schon. So hat er den jungen Adam Sandler gefördert und gemeinsam mit diesem in leichten, mitunter leicht seichten Komödien die Karriereleiter erklommen. «Waterboy» etwa, oder «Click». Nicht zu vergessen «The Wedding Singer» (1998), den man damals aufgrund seines Retro-Settings (inklusive Drew Barrymore) nostalgisch ins Herz schloss: Ein 80er-Jahre-Ambiente, das durch die Netflix-Serie «Stranger Things» wieder en vogue ist.

Zugegeben: Mit diesen oberflächlicheren Stoffen spielt Coraci nicht in der gleichen Kategorie wie Terry Zwigoff, aber auch er bringt, und das ist nicht selbstverständlich, reichlich Hollywood-Erfahrung in die Region: Seinen Film «Around The World in 80 Days» präsentiert er am Mittwoch im Sputnik Liestal, im Fachwerk Allschwil und im Stadtkino Basel. Begegnungen, die wiederum den Nachwuchs inspirieren und anspornen. Und das ist auch eines der Ziele dieser charmanten Sommer-Veranstaltung, die Mut machen soll. Dazu gehören Workshops und Panels, aber auch ein Kurzfilmwettbewerb, bei dem sich junge Filmemacher präsentieren und messen können.

Die Bedeutung der Lobbyarbeit

Die geballte Ladung Aufmerksamkeit für das regionale Filmschaffen ist aber auch aus taktischer Sicht von Bedeutung für die hiesige Filmszene: Denn diese steht in Subventionsverhandlungen mit den beiden Halbkantonen. Noch in diesem Jahr entscheidet sich, wie die gemeinsame Projektförderung im Bereich «Film und Medienkunst» fortgesetzt wird. Dies, nachdem der Verein Balimage 2015 im Grossen Rat erfolgreich lobbyiert und eine substanzielle Erhöhung, ja, eine Verdreifachung der jährlich zur Verfügung stehenden Mittel erreicht hatte.

Zu diesem Zweck nutzt Balimage, diese Lobby der regionalen Szene, auch die Plattform des Allianz Cinemas, um Personen aus Politik, Kultur und Wirtschaft zusammenzuführen und das Basler Filmschaffen sichtbar zu machen. Ist ein Film-Talk heute Abend noch geladenen Gästen vorbehalten, so stehen die anschliessenden Filmvorführungen allen Interessierten offen. Der Reigen auf dem Münsterplatz wird mit drei kurzen Beiträgen lanciert: Dem Videoclip zu Laurin Busers Sommersong «Hot», Adrian Kelterborns Momentaufnahme des «Wifi Plaza Cuba» und dem von Daniel Zinsstag und Géraldine Cammisar animierten Kurzfilm «Beyond Orange». Danach folgt die Präsentation von Michael Kochs Langfilm «Marija».

Dank einem substanziellen Beitrag aus dem Swisslos-Fonds Basel-Stadt ist der Abend gratis, die Tickets sind allerdings nur solange vorrätig erhältlich.

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Gässli Film Festival. Noch bis zum 26. August. www.baselfilmfestival.ch

Allianz Cinema Fokus Basel.
Heute Di, 21 Uhr. Münsterplatz, Basel.
www.allianzcinema.ch