Im Foyer des Kunstmuseums in Appenzell sind Collagen mit Elementen aus den Arbeiten von Peter Aerschmann aufgehängt. Die Prints wirken wie die Filmstills eines Kinoaushangs und zeigen einzelne Figuren und Gegenstände, denen man später beim Rundgang durch die Ausstellung wieder begegnen wird. Wie als Scherz findet sich dort auch das Bild eines Strassenschilds zur "Loop Street". Es zeigt in Richtung des ersten Ausstellungssaals.

Loops, rhythmische Wiederholungen, sind eines der prägenden Stilmittel von Aerschmann. Seine Kompositionen bestehen aus digital ausgeschnittenen Bildern - bewegte oder statische - die er neu arrangiert und dann in Bewegung versetzt.

Wanderarbeiter aus dem Bilderarchiv

Die dabei verwendeten Materialien werden nicht virtuell erschaffen. Es sind Fotografien oder Filmsequenzen, die er auf Reisen oder im Alltag sammelt. Aus diesem Archiv, das stetig am Wachsen ist, stammen etwa die Aufnahmen von chinesischen Wanderarbeitern oder sibirischen Eisfischern "Es sind Bilder, die mich interessieren, über die es zu reden und zu schreiben gibt", sagte er am Donnerstag bei der Medienorientierung zur Ausstellung.

Nicht immer brauchte er dafür lange Wege: Eines der Werke zeigt Blumen, Erdbrocken, Gras, Steine, eine zerknüllte Zeitungsseite. Sie stammen aus einem Quadratmeter Wiesland, gefunden direkt vor dem Atelier. Wie ausgesetzt im schwerenlosen Weltraum drehen sich die einzelnen Elemente in einer langsamen, dreidimensional anmutenden Bewegung - in einem ewigen Loop.

Ideale Architektur

Der 1969 geborene Peter Aerschmann hat in den letzten 20 Jahren rund 75 Videoarbeiten geschaffen. 40 davon werden nun in Appenzell in dieser ersten Retrospektive gezeigt. Das etwas an eine Toblerone erinnernde Kunstmuseum erweist sich als wie geschaffen für die Präsentationen: Die Wände der insgesamt zehn Kabinette werden zu idealen Projektionsflächen, der teils grossflächigen Arbeiten.

Die Ausstellung richtet sich aber nicht nur an die Besucherinnen und Besucher im Gebäude. In einem der Räume werden einige der Videos durch ein Panoramafenster projiziert. Zu sehen sind sie nur nachts und von aussen - etwa von der vorbeifahrenden Appenzellerbahn aus.

Die Ausstellung im Kunstmuseum Appenzell beginnt am 19. August und dauert bis zum 25. November.