Jetzt war ich dort! Am legendären Jazz & Heritage Festival in New Orleans, oder kurz: an dem Jazz-Fest. Ein Fest, nein, ein Paradies für Musikfans, denn an sieben Tagen wurde auf zwölf Bühnen täglich sieben Stunden exquisite Musik geboten. Gigantisch! Für mich ging ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung.

Dabei wird der Begriff «Jazz» in der Geburtsstätte des Jazz grosszügig definiert. Neben traditionellen und aktuellem Jazz treten Pop- und Rockstars wie Sting, Lionel Richie, Aerosmith, Beck, David Byrne, Jack White, Jack Johnson und Rod Steward auf. Doch die Stars sind nicht die wirklichen Attraktionen – die sind ja überall zu hören.

Der besondere Reiz besteht darin, dass all die wunderbaren Stile, Grooves und Rhythmen des Jazz, Funk, Blues, Gospel, Cajun und Zydeco gepflegt werden, die aus New Orleans, Louisiana und der Karibik stammen und hier zusammenfliessen. In dieser Playlist stehen deshalb die Perlen des diesjährigen Festivals, Entdeckungen, Musiker und Musikerinnen, die es nur selten über den Atlantik schaffen.

Angesagt sind Posaunen: Neben Trombone Shorty sind Glen David Andrews und Corey Henry (nicht zu verwechseln mit Keyboarder Cory Henry) zu nennen. Eine Posaunenorgie bietet Bonerama, eine Band mit drei Posaunen und einem Sousafon. Überhaupt Brass und Brassbands wie die Hot 8 Brass Band!

Hörner haben hier die Vormacht und dürfen in keiner Band des New-Orleans-Funk fehlen. Führend ist hier etwa Galactic, die Band des Drummers Stanton Moore. Dazu kommt die grosse Piano-Tradition von New Orleans. Neben dem auch bei uns bekannten Jon Cleary sollte man sich Henry Butler, Jon Batiste (mit den Dap-Kings) sowie Marcia Ball merken.

Ein schönes Wiedersehen gab es mit Walter Wolfman Washington. Einst Dauergast in unseren Breiten, hat er sich in letzter Zeit rargemacht. Über den grössten Party-Faktor verfügt der Akkordeonist und Sänger Rockin Dopsie jr. mit seinen Zydeco Twisters. Da gibts kein Halten.

Die Wow-Effekte: Die New Orleans Klezmer Allstars, die jüdische Melodien mit New-Orleans-Grooves mischen. Den Originalitätspreis verdienten sich aber zwei Pop-Bands: Givers aus Lafayette, die Cajun und Afropop zu einem neuen Cocktail mischen, sowie Sweet Crude, eine Band, die sich auf die französische Vergangenheit von New Orleans beruft. Laissez les bons temps rouler!

Trombone Shorty: Here Come The Girls

Corey Henry & the Treme Funktet: Tell Ya Mama Nem

Glen David Andrews: Bad By Myself

Bonerama: Ocean

Hot 8 Brass Band: Get It How You Live

Galactic: Hold On to Let Go

Gibt es hier auf Spotify.

Jon Cleary: Bringing Back The Home

Gibt es hier auf Spotify.

Jon Batiste: It’s Allright

Henry Butler: Mama Roux

Marcia Ball: I Got To Find Somebody

Walter Wolfman Washington: Steal Away

Rockin Dopsie jr & the Zydeco Twisters: Down at the Mardi Gras

New Orleans Klezmer Allstars: Mazel Tov

Gibt es hier auf Spotify.

Givers: Noche nada

Sweet Crude: Ancient Maps

Gibt es hier auf Spotify.