Im Theater Basel ist das La Cetra Barockorchester jeweils nur ein Teil des Gesamtensembles. Neben Solistinnen, Schauspielern und einem imposanten Bühnenbild spielt das Orchester aktuell bei der Oper «König Arthur» im Orchestergraben optisch eine Nebenrolle. Akustisch aber verführt die Musik unter der Leitung von Christopher Moulds die Zuhörer in eine hinreissende Zauberwelt.

Ganz im Fokus steht die Musik des La Cetra Vokalensembles am Freitag in der St. Katharinenkirche in Laufen. «Es wird kein gewöhnliches Konzert sein, sondern eine auf den Raum abgestimmte Inszenierung mit besonderen Lichtstimmungen.», sagt Chandler Cudlipp, Geschäftsführer von La Cetra. Eine kleine Besetzung des La Cetra mit Corneto, Bajón, Posaune und Orgel wird gemeinsam mit dem La Cetra Vokalensemble Basel unter der Leitung von Carrlos Federico Sepúlveda die «Missa L’homme armé super hexacordum mixtum» zum Besten geben. «Es handelt sich dabei um den Ablauf einer Messe. Die Melodie von L’homme armé wird sich durch das gesamte Programm ziehen», sagt Cudlipp.

Das La Cetra Vokalensemble wurde 2012 auf Initiative des künstlerischen Leiters Andrea Marcon und des Musikers Johannes Keller gegründet. Den Kern des Chors bilden Absolventinnen und Absolventen der Schola Cantorum Basiliensis, dem privaten Lehr- und Forschungsinstitut für Alte Musik.

Der Ursprung der L’homme armé-Messen wird im Umfeld des Hofes von Burgund aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts vermutet. Jeder Satz des Ordinariums ist auf einen anderen Komponisten und eine andere Art der Behandlung der Melodie bezogen, sei es rhythmisch oder modal.

Auch wenn keine liturgische Wiederbelebung einer spezifischen Messe angestrebt wurde, bietet deren Struktur die Möglichkeit zur Gestaltung einer feierlichen Messe.

Aufruf zum Frieden

Die Gesänge des Propriums, der wechselnden Eigentexte innerhalb der Liturgie, stammen aus der Missa pro pace, einer Votivmesse, in der inmitten eines kriegerischen Konflikts der Frieden angerufen wird. Das Programm gibt damit Zeugnis von einem friedlichen Gegenüber gegensätzlicher Elemente, so in der Darstellung zweier ungleichen Charaktere wie Krieg und Frieden. Daher kann die Missa L’homme armé als Allegorie der Psyche des Renaissance-Menschen gelten, indem sie den Gegensatz als Wiege des künstlerischen Schaffens offenbart.