"In ihren Romanen und Erzählungen widmet sich Terezia Mora Aussenseitern und Heimatlosen, prekären Existenzen und Menschen auf der Suche und trifft damit schmerzlich den Nerv unserer Zeit", begründete die Jury ihre Entscheidung.

Schonungslos nehme die 47-Jährige "die Verlorenheit von Grossstadtnomaden in den Blick" und lote die Abgründe innerer und äusserer Fremdheit aus. "Dies geschieht suggestiv und kraftvoll, bildintensiv und spannungsgeladen - mit ironischen Akzenten, irisierenden Anspielungen und analytischer Schärfe." Sie erhalte die Auszeichnung für "ihre eminente Gegenwärtigkeit und lebendige Sprachkunst, die Alltagsidiom und Poesie, Drastik und Zartheit vereint".

Mora wurde am 5. Februar 1971 in Sopron (Ungarn) in eine Familie hineingeboren, die zur deutschsprachigen Minderheit gehört. Sie wuchs zweisprachig auf und zog 1990 für ein Studium der Sprach- und Theaterwissenschaft nach Berlin, wo sie heute noch lebt. Seit 1998 ist sie freie Schriftstellerin.

Für einen Auszug aus ihrem Debüt "Seltsame Materie" erhielt Mora 1999 den Ingeborg-Bachmann-Preis. Es war der Auftakt zu vielen weiteren ausgezeichneten Büchern, beispielsweise "Das Ungeheuer", das 2013 den Deutschen Buchpreis erhielt, und "Die Liebe unter Aliens", das 2017 mit dem Bremer Literaturpreis bedacht wurde.