Für Schokolade und Käse ist die Schweiz schon lange bekannt. Seit der Lancierung einer neuen Suchmaschine namens Swisscows sollen sich friedliche Schweizer Kühe nun auch in der IT-Welt durchsetzen und intelligente Antworten auf Suchanfragen geben.

Bereits seit 14 Jahren ist die Firma Hulbee mit der Entwicklung einer neuen Suchmaschine beschäftigt. Die Chance für den Markteinstieg sah man laut Geschäftsführer Andreas Wiebe nach dem NSA-Skandal. Dieser habe gezeigt, wie unsicher Daten im Internet seien.

Server im Kanton Zug

Gerade die weltweit meistverbreitete Suchmaschine Google speichert Informationen zur Suche ihrer Nutzer und analysiert diese für Werbezwecke. Anhand der gespeicherten IP-Adresse weiss Google, wann man wo war oder gerade ist. Bei Swisscows hingegen würden IP-Adressen und persönliche Angaben weder gespeichert noch für Zusatzgeschäfte verwendet, ist auf der Seite zu lesen. Wiebe sagt: «Auch wenn sich jemand bei uns einhacken sollte, wird er nichts vorfinden, denn wir speichern keine Daten.» Die Server stehen im Kanton Zug und unterliegen somit den Schweizer Datenschutzgesetzen.

Indem die Antwortmaschine auf eine semantische Suche setzt, will sie dem Nutzer ersparen, in einer Masse von Ergebnissen zu stochern. Diese Suche funktioniert ähnlich wie das menschliche Gehirn. Gibt man bei Google ein Wort ein, bekommt man den gleichen Begriff in allen möglichen Zusammenhängen millionenfach zurückgeliefert.

Bei Swisscows wird die inhaltliche Bedeutung von Texten und Suchanfragen analysiert und miteinander verknüpft. Sucht man etwa das Wort «Kuh», werden verschiedene Wortbedeutungen in einer sogenannten Kachelcloud visuell dargestellt. Dort wählt man die gesuchte Kategorie aus und soll so schneller zu Ergebnissen im gesuchten Zusammenhang kommen.

Monatlich ein neuer Service

Von der Lancierung im Juni bis Mitte Oktober zählte Swisscows über 3,5 Millionen Suchanfragen. «Für uns ist das ein riesiger Erfolg», freut sich Wiebe. «Diese Community müssen wir jetzt überzeugen, denn wenn sie überzeugt ist, empfiehlt sie uns weiter.» Monatlich will man einen neuen Dienst einführen. So startete analog zu «Google AdWords» im August die textbezogene Werbung «Swisscows Annonce». Im September folgte eine Bildersuche. Bis Ende des Jahres seien Dienste zu Videos, Musik und Shopping geplant.

Dabei ist Swisscows nicht nur eine Schweizer Suchmaschine für den lokalen Markt. «Wir sehen uns global», sagt Wiebe. «Swiss» soll sicheren und guten Service repräsentieren. Ein potenzieller Konkurrent für Google zu sein, sei eher ein langfristiges Ziel, jetzt wolle man beweisen, dass es mit Swisscows ernst gemeint sei.