Wi-Fi oder WLAN? Falls dir der Unterschied nicht klar ist, folgt am Schluss des Artikels eine einfache Erklärung.

Was ist neu?

Die Wi-Fi Alliance – ein weltweiter Zusammenschluss von Hardware-Herstellern – lanciert vor der nächsten Generation von WLAN-Routern eine deutlich einfachere Namensgebung, die für bisherige und neue Modelle gilt.

Die neue Geräte-Generation, die noch schnelleres kabelloses Internet bringen und gleichzeitig weniger Strom verbrauchen soll, wird von den Unternehmen als «Wi-Fi 6» vermarktet. Gemäss der alten Bezeichnung heisst sie «802.11ax».

Wer schon WLAN-Router gekauft hat, kennt das Problem: Anhand einer Zahlen-Buchstaben-Kombination versuchte man herauszufinden, welche Übertragungsgeschwindigkeiten und Funkfrequenzen ein bestimmtes Modell bot.

Neu ist das viel einfacher:

  • Wi-Fi 6: 802.11ax (2018)
  • Wi-Fi 5: 802.11ac (2014)
  • Wi-Fi 4: 802.11n (2009)
  • Wi-Fi 3: 802.11g (2003)
  • Wi-Fi 2: 802.11a (1999)
  • Wi-Fi 1: 802.11b (1999)

Alles Wissenswerte gibt's auf dieser Webseite. Dort findet man auch die Logos, die zukünftig auf den Verpackungen von WLAN-Routern und anderen Geräten prangen sollen.

Bleibt anzumerken, dass Wi-Fi 1, 2 und 3 zwar oben noch aufgelistet sind, aber keine Geräte mehr mittels Logo «gebrandet» werden, weil sie sehr alt und kaum mehr erhältlich sind.

Was bringt das?

Die Konsumenten erkennen auf einen Blick, ob ein bestimmter WLAN-Router schneller ist als ein anderer und ob zwei Modelle miteinander verbunden werden können.

The Verge freut sich: Nun müsse man sich nicht mehr fragen, ob «ac» besser sei als «n» oder ob die Versionen überhaupt zusammenarbeiten. Neu schaue man einfach die Zahl an. «Wi-Fi 5 ist höher als Wi-Fi 4, also ist es offensichtlich besser.»

Und die vereinfachte Namensgebung soll in Zukunft auch den Alltag der Internet-Nutzer erleichern: Die Wi-Fi Alliance wolle, dass das Branding über die Hardware hinausgehe, schreibt The Verge. Wenn man das Handy oder den Laptop mit einem WLAN verbinden wolle, werde einem das Gerät mitteilen, mit welcher Wi-Fi-Version man verbunden sei. Wenn also zwei Netzwerke verfügbar seien – eines mit «4» und das andere mit «5» – könne man die schnellere Option wählen.

Wird sich das durchsetzen?

Nun, die Wi-Fi Alliance gibt lediglich Empfehlungen ab, denen die Hersteller rund um den Globus folgen können. Doch bei The Verge ist man zuversichtlich:

Und auf Konsumentenseite dürfte niemand etwas dagegen haben, wenn der Gerätekauf und das Finden von möglichst schnellem WLAN vereinfacht werden, oder?

Wann kommt denn nun Wi-Fi 6?

Der neue WLAN-Standard habe einen steinigen Weg hinter sich, berichtet ZDNet. Die ersten beiden Entwürfe der Norm seien abgelehnt worden, der dritte wurde im Juli verabschiedet. Die endgültige Genehmigung dürfte Ende 2019 erfolgen.

Doch das Warten auf Wi-Fi 6 lohne sich:

  • Der neue Standard nutzt sowohl das 2,4- als auch das 5-Gigahertz-Band und soll ein weitaus höheres Tempo ermöglichen als Wi-Fi 5: bis zu 30 Prozent schneller als Geräte, die mit dem Vorgänger-Standard laufen, heisst es.
  • Die Geschwindigkeit pro Antenne soll auf 287 Megabit pro Sekunde (Mbps) ansteigen (bei 2,4 Gigahertz) beziehungsweise auf 1201 Mbps (bei 5 Gigahertz). Ein Router mit vier Antennen könnte demnach theoretisch 1148 Mbps (2,4 Gigahertz) und 4804 Mbps (5 Gigahertz) erreichen.
  • Es sollen dank technischer Innovation viel mehr gleichzeitige Verbindungen möglich sein – ohne Geschwindigkeitseinbusse. Dies könnte die Netzwerk-Überlastung bei grösseren Anlässen (mit vielen Mobilgeräten im Raum) lösen.
  • Die neuen Router können gleichzeitig Datenströme von mehreren Geräten empfangen und die Akkus von Mobilgeräten schonen, durch Aktivieren des Ruhezustands.
  • Die Datenübertragung soll auch über eine grössere Distanz möglich sein als beim Vorgänger. Das ermögliche im Idealfall selbst einige Räume vom Router entfernt noch ruckelfreie Video-Streams in bester Qualität, berichtete «Computerbild».

Asus hat bereits einen WLAN-Router angekündigt, der Wi-Fi 6 beherrscht. Das Modell RT-AX88U soll noch 2018 in den Verkauf kommen.

Es gebe auch schon Endgeräte, die den neuen WLAN-Standard beherrschen, berichtete Computerbild Anfang Jahr: nämlich alle Geräte, die mit dem Qualcomm-Prozessor Snapdragon 835 arbeiten. Dazu gehörten Smartphones wie das LG V30, das Nokia 8 oder das Sony Xperia XZ1. Und Qualcomms aktueller High-End-Chip, der Snapdragon 845, unterstütze den neuen Standard auch.

Wi-Fi oder Wlan?

Viele Leute reden von Wi-Fi und meinen damit kabelloses Internet. Dazu braucht's einen WLAN-Router.

WLAN steht für Wireless Local Area Network, also für ein kabelloses lokales Funknetzwerk. Im Gegensatz dazu ist Wi-Fi ein zu Vermarktungszwecken geschaffener Kunstbegriff.

Oft werde Wi-Fi als Synonym für WLAN benutzt, weiss Wikipedia. Streng genommen handelt es sich jedoch nicht um dasselbe: WLAN bezeichnet das Funknetzwerk, Wi-Fi hingegen die Zertifizierung des Geräts durch einen Verband, in dem sich die Hersteller zusammengetan haben: die Wi-Fi-Alliance.

Damit sich Mobilgeräte mit WLAN-Routern verbinden und Daten austauschen können, sind technische Standards erforderlich. Diese Spezifikationen werden vom Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) herausgegeben, einem in den USA angesiedelten weltweiten Berufsverband für Ingenieure.

Alles klar?

Material: Medienmitteilung der Wi-Fi Alliance