Die junge Baselbieterin Arta Shabani lebt seit zwei Monaten mit einer Spenderlunge. Zehn Monate wartete die 16-Jährige auf das passende Organ und wäre dabei fast gestorben.

In der Sendung «TalkTäglich» auf Tele Züri sprach sie mit Moderator Hugo Bigi über ihr Schicksal, von Glück im Unglück und von ihrer Überzeugung, dass es in der Schweiz unbedingt mehr Organspender braucht.

«Wäre das nicht an diesem Tag passiert, wäre ich heute nicht da», sagt Arta Shabani über ihre Lungentransplantation. Das war Ende Oktober. Heute geht es ihr gut. «Es ist mir nie so gut gegangen wie heute», sagt sie strahlend.

Ersticken wegen verschleimter Lunge

Cystische Fibrose ist eine vererbbare Stoffwechselkrankheit. Die Folgen: Die Lunge verschleimt, die Betroffenen drohen zu ersticken.

«Die Krankheit war angeboren», sagt Arta Shabani. «Als kleines Kind ging es mir sehr gut, ich konnte alles machen, was ein normales Kind machen kann.»

Erst mit der Pubertät kamen die Probleme. Artas Körper hatte zunehmend keine Kraft mehr. «Ich habe sehr viel gehustet», schildert sie. Und: «Seit dem zehnten Lebensjahr habe ich mit einer Lungenkapazität von 30 bis 40 Prozent gelebt.»

«Wie eine Leine»

Am 17. Oktober 2016 kam sie auf die Spenderliste, am 27. Oktober 2017 konnten die Ärzte die Spenderlunge transplantieren. Artas zweiter Geburtstag. «Ich pendelte nur noch zwischen zuhause und Spital, das war deprimierend.» Zudem hing sie ohne Unterbruch am Sauerstoff. «Das war für mich wie eine Leine.»

Am Anfang habe sie sich geschämt wegen der Schläuche. «Man wird angeschaut auf der Strasse, andere machte dumme Sprüche», sagt Arta.

Sehen Sie hier die Sendung «TalkTäglich» mit Arta Shabani in voller Länge:

Trotzdem allein

Da beschloss sie, ihre Krankheit öffentlich zu machen. 36'000 Leute folgen ihr und ihren Bildern und Videos auf Instagram, die Medien berichteten.

«Ich wollte einfach etwas machen, aber dass so viele auf mich zukommen, das hätte ich nie gedacht.» Von anderen Betroffenen oder deren Eltern kamen Anfragen, sogar aus dem Ausland bekam sie Zuspruch. Arta Shabani: «Und trotzdem ist man allein.»

Arta hat Erfolg mit ihrer Social-Media-Initiative. Sie ist Botschafterin der Organisation Swiss Transplant, auch Ärzte begrüssten ihre Initiative. «Seit ich das mache, haben fast 10'000 Schweizer mehr einen Organspendeausweis.»

Etwas war «komisch»

Und dann war da dieser Tag, an dem Arta bereits am Morgen merkte, dass etwas «komisch» war. «Dann kamen sie und sagten, morgen früh um 2 Uhr werden Sie operiert. Ab diesem Moment war ich total aufgeregt – es war mega toll.»

Die siebenstündige Operation war nicht einfach, aber Arta machte sich deswegen keine Sorgen. «Ich habe mich einfach über diese Lunge gefreut, was danach passiert, war mir in diesem Moment egal. Auch wenn es hart klingt, ich wollte es einfach erleben, dieses neue Gefühl.» (smo)