Einladungen zum Abendessen schlage ich selten aus. Was gibt es Besseres, als schöne Stunden bei Freunden zu Hause zu verbringen und dabei erst noch kulinarisch verwöhnt zu werden? Und den Abwasch muss man auch nicht machen. Gewiss, mal in der Küche vorbeischauen mit einem «Kann ich behilflich sein?» gehört dazu. Genauso wie die (sehnlichst erhoffte) Antwort: «Sicher nicht, du bist Gast, setz dich wieder hin!»

Wenn allerdings eine Einladung zum «Brönsch» ins Haus segelt, sage ich gnadenlos ab. Weil es eigenartig ist, das viel zu frühe Zusammen-lustig-Sein, um Unmengen Gipfeli, Eier, Fruchtsalat und Konfibrötli reinzustopfen, bevor man, mit etwa 10 000 Kalorien intus, für den Rest des Tages unbeweglich auf dem Sofa vor sich hindämmert. Ich mag Schweizer Frühstücksgerichte sowieso nicht besonders. Und sehe nicht ein, warum es verpönt ist, vor 12 Uhr einen Teller Pasta zu essen, wenn einem danach ist. Oder einen Salat. Oder Pizza. Ich will mich den Konventionen nicht beugen. Dasselbe mit Glace. In den Ferien habe ich mir mal zum Zmorge zwei Kugeln bestellt und dafür missbilligende Blicke geerntet, was mir die Freude am Eis verdarb. Das hat mich doppelt aufgeregt, weil ich Linienbewusste mir selten ein Eis gönne.

Und jetzt ist die Ferienzeit vorbei und Glace wieder von meinem Speiseplan gestrichen. Ein bisschen Eis gönne ich mir dennoch hin und wieder, allerdings eines, das ich auf die Haut auftrage. Die Ice Therapy von Jalue soll zu einem strahlenden Teint verhelfen, weil die Haut beruhigt und gestrafft wird. Das Set, das 55 Franken kostet (bei biomazing.ch), besteht aus vier Kräutersachets und einem Silikontrichter. Für eine Anwendung wird ein Sachet mit 100 ml heissem Wasser aufgegossen und abgekühlt. Die kalte Flüssigkeit wird dann in den Trichter gefüllt und über Nacht in den Tiefkühler gelegt. Am nächsten Tag das Eis über Gesicht, Hals und Décolleté streichen. Ein super Frischekick im Sommer.

Mag sein, dass sich meine Haut durch die Eis-Therapie ein wenig verjüngt hat. Die kleine Narbe auf der linken Wange bringt aber auch sie nicht zum Verschwinden. Vor zwei Jahren musste ich mir ein Muttermal wegschneiden lassen, die Narbe ist entgegen der Prognose des Hautarztes geblieben. «Versuchs doch mit einem Dermaroller, das hilft bestimmt», meint der beste Freund. Dass Dermaroller, die aus Tausenden kleinen Nadeln bestehen, durch das Piksen die Kollagenproduktion anregen und so Falten ausradieren können, habe ich schon gehört. Das mit den Narben ist mir neu. Einen Versuch ist es wert, zumal es solche Roller bereits ab 25 Franken für die Anwendung zu Hause gibt (zum Beispiel bei stayhealthy.ch). Wenn das keine schöne Einladung ist!