Martin Beutler blickt auf einen langen Leidensweg zurück. Vor vielen Jahren ist er von einem Auto überfahren worden. Bei dem Unfall brach er sich den Arm, als er sich im Nachgang wegen einer Bagatelle am Finger operieren lassen musste, entwickelte sich in seinem Arm ein Schmerz, den ihn 20 Jahre lang quälte.

Beutler wird zum IV-Bezüger, hat immer wieder Zusammenbrüche und landet schliesslich im Rollstuhl. Das hatte keinen körperlichen Grund, seine Nerven waren intakt – weil seine Seele derart litt, konnte er nicht mehr gehen. Martin Beutlers Lähmung war psychosomatisch.

Den Ballast loswerden

Das Gesundheitsmagazin «CheckUp» hat den heute 51-Jährigen in der Rehaklinik Braunwald getroffen, wo er über sein Leiden spricht und endlich wieder auf die Beine kommt. Mit Physio-, Mal- und Gesprächstherapie. 

In der Therapie geht darum, dass der Patient wieder Vertrauen gewinnt in seinen Körper. Und Zugang zu finden zu den Gefühlen, die ihn blockieren. «Wohltuend», findet Beutler es, «den Ballast» loszuwerden.

Teilweise gelähmt

Mittlerweile ist er nur noch teilweise gelähmt. In einem Umfeld, in dem er sich sicher fühlt, kann er wieder gehen. «Das ist für mich fast ein kleines Wunder», sagt Martin Beutler.

Das heisst aber auch: In anderen Situationen kann die Lähmung jederzeit zurückkehren. Ähnlich, nur weit weniger schlimm, kennen das auch Gesunde – das Sprichwort «weiche Knie bekommen» kommt nicht von ungefähr. (smo)

Gesundheitsmagazin CheckUp jeden Montag um 18.20 Uhr mit stündlichen Wiederholungen – auf Tele Züri und Tele M1.