Athletisch gebaut, eine gesunde Bräune, langes blondes Haar, ein strahlendes Lachen. Wäre ein Surfbrett auf das Dach seines Wohnmobils geschnallt, würde man meinen, Siegfried Schneeberger sei auf der Durchreise an die Strände Südfrankreichs, als Surfer-Typ, der das Leben geniesst und es gerne etwas locker angehen lässt.

Doch das Surfbrett auf dem Dach fehlt, und die Geschichte, die er erzählt, handelt erstmals nicht von einem ungezwungenen, freien Lebensgefühl, sondern von der Diagnose «unheilbarer Lungenkrebs» und seinem Weg zurück ins Leben.

Diagnose: «Unheilbar»

«Es war März 2016, als ich bei einem Ski-Ausflug plötzlich schwer atmete», beginnt Siegfried Schneeberger zu erzählen. «Zudem hatte sich mein linker Arm leicht violett verfärbt.» Mit Verdacht auf Lungenembolie wurde er ins Krankenhaus eingewiesen, eine CT ergab kein Ergebnis, stattdessen wurde die Diagnose Lungenkrebs vermutet und nach erfolgter Biopsie bestätigt: ein nicht kleinzelliges Adenokarzinom im rechten Lungenflügel mit weiteren Metastasen in Lunge und oberem Mediastinum.

«Mein Gesundheitszustand verschlechterte sich rasant: Ich begann heiser zu sprechen, hatte grosse Schluckbeschwerden, das Essen lag wie ein Stein im Magen und ich verspürte starken Hustenreiz.» Zudem ertastete der dreifache Familienvater einen Knoten an der rechten Leiste. Erneut wurde eine Biopsie durchgeführt. Diagnose: positiv, Lungenkrebs in Stadium IV. Heisst: unheilbar. Die Folge: «Meine vorgesehene Behandlung wurde von kurativ auf palliativ umgestellt.»

Hoffnung

Dies wollte Siegfried Schneeberger so nicht hinnehmen. Er begann zu lesen, informierte sich über mögliche Behandlungswege und schöpfte Hoffnung: «Ich las von Menschen, die eine sogenannte Wunderheilung erfuhren. Meist als Folge einer Lebensumstellung.»

Davon inspiriert, ordnete auch er sein Leben neu. «Als gelernter Malermeister leite ich einen Malereibetrieb mit 30 Angestellten. Ich arbeitete rund um die Uhr. Freizeit und Urlaub waren Fremdwörter.» Zeit für eine gesunde Ernährung hatte der 54-Jährige auch nicht: «Ich ass, was gerade da war: täglich Wurst, Fleisch, Brot, viele Milchprodukte wie Käse und Joghurt und Süssspeisen.»

So fing der Malermeister an, achtsamer mit seinem Körper umzugehen: «Ich verbrachte viel Zeit im Wald – zweimal eine ganze Woche am Stück –, bewegte mich an der frischen Luft, meditierte, atmete mehrmals am Tag bewusst und tief.» Zudem stellte er nach der Lektüre von «After Cancer Care» seine Ernährungsweise um. Denn: «Die Autoren beschreiben, wie Zucker, Weissbrot usw. zu einem schnellen Anstieg des Blutzuckerspiegels und einer Insulinausschüttung führen, was wiederum zur Ausschüttung des insulinähnlichen Wachstumsfaktors IGF führt und in enger Verbindung zum Wachstum von Krebszellen steht.»

Von da an nahm Siegfried Schneeberger Fleisch- und Kuhmilchprodukte vom Speiseplan, verzichtete auf alle zuckerhaltigen Lebensmittel, auf Zuckeraustauschstoffe und auf Getreide – bis auf das sogenannte Pseudogetreide wie Buchweizen, Quinoa oder Amaranth. «Daneben bereitete ich mir täglich verschiedene Obst- und Gemüsesäfte zu.» Wilde Kräuter bereicherten als Salat oder Smoothie zubereitet seinen Speiseplan.

Über die Ernährung wollte der Österreicher ein basisches Milieu schaffen. Denn: «Krebs entsteht nur in saurem Milieu.» Zudem: «Zweimal täglich trank ich ein Glas Wasser mit einem Teelöffel Natron. Im Buch ‹Rich Man’s, Poor Man’s Cancer Treatment› beschreibt Dr. Marc Sircus, wie Natriumhydrogencarbonat Tumorzellen verhindern und sogar zerstören kann.»

Radikale Ernährungsumstellung

«Mitte April erfolgte eine erste Chemotherapie.» Die Nebenwirkungen waren Muskel- und Gliederschmerzen, Nasenbluten, kaum Kraft fürs Fahrradfahren, die Haare fielen aus, ein Gewichtsverlust von 13 kg, während der Knoten in der Leiste grösser wurde. «Nach der zweiten Chemo Anfang Mai konnte ich kaum mehr gehen, hatte 24 kg an Gewicht und meine Stimme zur Gänze verloren.» Daraufhin beschloss Siegfried Schneeberger, die Chemotherapie vorzeitig – noch zwei weitere Sitzungen wären vorerst geplant gewesen – zu beenden.

«Stattdessen verfolgte ich einen noch strikteren Ernährungsplan: noch mehr pflanzliche Bio-Kost, keine Pseudogetreide mehr und tierisches Eiweiss nur mehr zweimal pro Woche in Form von Bio-Fisch und Bio-Schafskäse in Verbindung mit Leinöl. Ich bereitete Tees aus Lapacho, Graviola und grünem Tee zu. Vitamin D3 nahm ich hochdosiert ein – trotz der Warnung der Mediziner vor gesundheitlichen Folgen.»

Jedes Essen würzte der Österreicher mit Kurkuma und schwarzem Pfeffer, wegen ihrer entzündungshemmenden und antibakteriellen Wirkweise. Zudem zählte er auf die heilende Kraft von Kreuzblütengewächsen wie Brokkoli, Grünkohl, Rettich usw. Studien bescheinigen den darin enthaltenen Senfölen eine antioxidative Wirkung.

Selen und Alpha-Liponsäure sollten ebenfalls vor freien Radikalen schützen, Coenzym Q10 das Immunsystem aktivieren und B-Vitamine sowie Vitamin C und Magnesium den Stoffwechsel anregen. «Daneben trank ich täglich drei Liter reines, lebendiges Wasser zur Reinigung meines Körpers.»

Der Weg zurück

Siegfried Schneebergers Gesundheitszustand erholte sich rasch, sodass er wieder täglich Sport treiben konnte. Der Knoten in der Leiste wurde kleiner, die Schluckbeschwerden und die Atmung besserten sich, die Hustenreize verschwanden.

Heute ist der 54-jährige Österreicher zwar noch nicht geheilt, doch die medizinischen Folgeuntersuchungen weisen darauf hin: Alle Metastasen sind verschwunden, der Primärtumor bei jeder Untersuchung um zirka 5 mm geschrumpft. «Ich weiss nicht, wo mich meine Reise noch hinführt, bin aber zuversichtlich, dass ich den Krebs überleben werde.»

Sollte dies zutreffen, möchte er seine Geschichte in einem Buch weitergeben. «Darin will ich aber keine falschen Hoffnungen wecken und in gar keinem Fall von der Schulmedizin abraten.» Allerdings, so seine Erfahrung: «Die natürlichen Methoden, vor allem eine gesunde Ernährung mit frischen Säften, unterstützen immens das Immunsystem und aktivieren damit die Selbstheilungskräfte. Ganz ohne Nebenwirkungen.»

Entsprechend sein Fazit: «Ich bin kein Wunder, sondern nur die Summe all dessen, was ich für meine Gesundheit unternehme.»