Tapeten bieten eine fast unendliche Vielfalt von Oberflächenstrukturen, Farbqualitäten und Trägermaterialien. Die Zahl der Farben, die Drucktechniken und die Materialien bestimmen dabei den Produktionsaufwand und damit den Preis der Tapete. In der Regel unterscheidet man folgende Tapentenarten:

  1. Papiertapete: Farbig oder weiss, bedruckt, glatt oder geknittert, besteht eine Papiertapete oftmals aus Recyclingpapier. Die Qualität dieser Tapeten bemisst sich nach ihrem Rohgewicht. Eine Unterform der Papiertapete ist die Prägetapete, die aus zwei oder drei miteinander verleimten, atmungsaktiven Papierschichten besteht und unter Druck reliefartig geprägt und gleichzeitig bedruckt wird.
  2. Fototapete: Durch die digitale Drucktechnik erlebt die Fototapete seit Jahren eine Renaissance. Die Motive werden dabei aus mehreren Teilen zusammengesetzt. Lassen Sie Ihre Kreativität walten und verwenden Sie eigene Fotos als Sujets. Fototapeten gibt es auf Vlies, auf Papier und auf Vinyl.
  3. Raufasertapete: Durch die eingearbeiteten Holzfasern besitzt die Raufasertapete eine charakteristische Körnung. Die Raufasertapete ist robust und eignet sich zum mehrmaligen Überstreichen.
  4. Strukturtapete: Die Strukturtapete setzt sich aus einem Papierträger und einer aufgeschäumten Oberfläche zusammen. Die unterschiedliche Höhe des Schaums verleiht der Strukturtapete ihre Haptik.
  5. Vinyltapete: Es gibt Glattvinyl oder Strukturvinyl, jeweils auf Papierträger oder Vliesträger. Vinyltapeten sind abwaschbar und zum Teil sogar scheuerbeständig und deshalb auch für Küchen und Bäder geeignet.
  6. Vliestapete: Aufgrund ihrer Formbeständigkeit ist die Vliestapete besonders einfach zu tapezieren. Auch das Entfernen der Tapete gestaltet sich unkompliziert. Für die Herstellung der Vliestapete wird ein einseitig imprägniertes, stabiles Vliesträgermaterial eingesetzt. Dank ihrer Wasser- und Dampfbeständigkeit können Vliestapeten auch in Küchen und Bädern für die Wandgestaltung eingesetzt werden.
  7. Textiltapeten: Hier wird ein textiles Gewebe mit sich kreuzenden Fäden oder textilen Kettfäden auf einem Papierträger aufgebracht. Textiltapeten können im Siebdruckverfahren bemustert und gefärbt werden.

Achten Sie auf die Symbole!

Auf den Tapetenrollen finden Sie Symbole, die die Eigenschaften der Tapete kennzeichnen. So wird etwa die Abwaschbarkeit durch eine zunehmende Anzahl an Wellenlinien gekennzeichnet. Eine Bürste steht für Scheuerbeständigkeit. Über die Licht- bzw. die Farbbeständigkeit der Tapete geben unterschiedliche Sonnensymbole Auskunft.

Pfeilsymbole erklären den Musteranschluss der Tapete: ansatzfrei (zum Beispiel bei unifarbenen oder Tapeten mit Längsstreifen), mit geradem Ansatz (Musterhöhe bei allen Rollen identisch) oder mit versetztem Ansatz (Muster der nächsten Rolle verschiebt sich jeweils um die Versatzangabe).

Wichtig sind auch die Symbole, die erklären, wie Sie die Tapete entfernen sollten und jene, die Auskunft über die Überstreichbarkeit der Tapete geben. Schliesslich können Sie Ihrer Kreativität mit einer zusätzlichen Portion Farbe noch zusätzlich Ausdruck verleihen.

Vor dem Kauf einer Tapete: Wie viele Rollen brauchen Sie?

Entscheidend für den Tapetenkauf sind Raumhöhe und -umfang – abzüglich der Fläche von Fenstern und Türen. Berechnen Sie den Rollenbedarf (für ansatzfreie Tapeten) mit folgender Faustformel: Das Flächenmass geteilt durch fünf ergibt die Anzahl benötigter Rollen (bei einem Rollenmass von 10,05 Meter x 0,53 Meter, das sowohl in der EU als auch bei uns in der Schweiz üblich ist).

Bei Tapeten mit Versatz teilen Sie die Fläche besser durch vier. Rechnen Sie ausserdem vorsichtshalber mit zehn bis 15 Prozent Verschnitt – bei gemusterten Tapeten oder Fototapeten sogar eher mit mehr.

Es geht los!

Achten Sie beim Tapetenkauf auf die übereinstimmende Anfertigungsnummer aller Rollen. Diese zeigt Ihnen an, ob die verschiedenen Rollen aus einer Produktionscharge stammen. Mit Hilfe der Anfertigungsnummer schliessen Sie etwaige Unterschiede in der Farbe aus.

Soll Ihre Tapete besonders einfach anzubringen sein? Dann entscheiden Sie sich für eine Vliestapete. Ist sie für Bad oder Küche gedacht? Dann achten Sie auf die praktischen Tapetensymbole, die über die Wasser- und Scheuerbeständigkeit Auskunft geben.

Für jede Tapete gibt es den passenden Kleber – Normalkleister für Papiertapeten, Spezialkleister für Raufaser-, Struktur- und Prägetapeten, Vliestapetenkleister für Vliestapeten.

Neben dem Kleber benötigen Sie diverse Tapezierwerkzeuge. Die Palette ist beinahe unüberschaubar. Für den Heimwerker reicht indes eine Grundausstattung: Roller, Messer, Spachtel, Eimer und Lot.

Wandgestaltung mit Tapeten: Tapezieren Sie Schritt für Schritt

Wer Zeit und Nerven sparen will, entscheidet sich für Vliestapeten. Anders als bei Papiertapeten entfällt hierbei die Weichzeit.

Bevor Sie die Tapete anbringen, sollten sie die Wand weiss grundieren, denn Vliestapeten sind transparent. Die Grundierung erleichtert auch die spätere Entfernung der Tapete.

Tragen Sie den Kleister auf die Wand auf, legen Sie die Tapete von der Rolle an die Wand an und drücken Sie sie blasenfrei an. Schneiden Sie zum Schluss den Überstand am Lineal oder Spachtel ab – et voilà!

Für alle anderen Tapetenarten gelten die folgenden fünf goldenen Regeln:

  1. Alte Tapeten vorher entfernen;
  2. Fenster und Türen geschlossen halten;
  3. Heizung ausschalten;
  4. Tapeten ausreichend weichen lassen;
  5. Tapeten auf Stoss kleben (also nicht nur Naht an Naht, sondern auch Muster an Muster).

Durch den feuchten Kleister dehnt sich die Tapete aus. Eine Bahn ist im trockenen Zustand ca. 53 Zentimeter, eingekleistert ca. 54 Zentimeter breit. Die Bahn hat also ca. 1 Zentimeter „Zuwachs“. Die angegebenen Weichzeiten zwischen acht und zwölf Minuten dienen daher einer optimalen Durchfeuchtung und einem gleichmässigen Zuwachs.

Damit sich eine Bahn beim Trocknen an der Wand nicht wieder auf die ursprünglichen 53 Zentimeter Breite zusammenzieht, muss der Kleister schneller trocknen als die Tapete und die Bahn unter Spannung mit dem Untergrund verbinden. Deshalb auf Durchzug und Heizungswärme verzichten.

Wird die Papiertapete nicht ausreichend eingeweicht, dann dehnt sie sich an der Wand aus und es bilden sich unschöne Falten oder Wülste an den Nähten, die sich nachher kaum noch korrigieren lassen.

Tapetenpflege für ein dauerhaftes Ergebnis

Die Reinigung einer Tapete ist abhängig von der Art des Materials. Textil- oder Metalltapeten sind nicht abwaschbar, sondern lassen sich lediglich mit einem Staubsauger und einer weichen Bürste säubern.

Vinyltapeten kann man in den meisten Fällen mit einem feuchten Tuch abtupfen. Achten Sie dabei auf die Scheuerbeständigkeit!

Fast alle Tapeten lassen sich ausserdem mit einem weichen Radiergummi reinigen. Ein zusammengerolltes und evtl. angefeuchtetes Stück Weissbrot tut’s übrigens auch.