Die App Go! ist die Antwort der Schweizer Taxibranche auf den Druck des preisgünstigen und in einer legalen Grauzone agierenden Fahrtanbieters Uber.

Die seit gestern verfügbare App umfasst die Taxigesellschaften 7x7 in Zürich, Taxis-Fribourg und Badener Taxi.

Die Idee ist simpel: Der Kunde legt ein Profil an und hinterlegt die Daten seiner Kreditkarte. Das Handy wird geortet, der momentane Standort des Taxisuchers auf einer Karte angezeigt. Dann muss der Reisende die Adresse seines Ziels eingeben. Der verbindliche Preis für die Fahrt wird angezeigt, bei Einverständnis reicht ein Klick auf das Feld «Go!». Die Anfrage wird den Taxifahrern in der Nähe geschickt. Der Nutzer erhält die Daten des nahen Fahrers wie Nummernschild des Autos, Name des Taxifahrers und die geschätzte Zeit, bis er die gewünschte Stelle erreicht. Der Betrag wird daraufhin automatisch vom Konto des Kunden abgezogen.

So jedenfalls die Theorie.

So sieht Go! aus.

So sieht Go! aus.

Wir haben die neue App getestet. Die erste Hürde: In Baden hiess es nach Abfrage «Sorry! Leider konnte kein Fahrer gefunden werden.» Also machten wir uns auf den Weg nach Zürich in der Hoffnung, dass es dort besser funktioniert. Angekommen, fanden wir per App ein Taxi, und bei Bestätigung bekamen wir die Nachricht: «Dein Fahrer ist unterwegs.» So weit, so gut. Doch angefügt stand die Notiz: «Ankunft in ca. 59 Minuten.» Wir löschten die Anfrage. Die Worte, die daraufhin auf der App aufleuchteten, informierten uns aber: «Dein Fahrer ist schon abgefahren. Es werden 10 CHF Stornogebühr belastet.» Immerhin: Bei Nachfrage beim Kundendienst der App wird der Betrag wieder zurückerstattet.

Jörg Röthlisberger, Marketingverantwortlicher von Go!, weiss von diesen Problemen: «Das Projekt befindet sich in der Testphase, wir sind noch dabei, von den ersten Reaktionen zu lernen.» In Zukunft gebe es nach dem Bestellen des Taxis und der Angabe der Wartezeit noch eine Sicherheitsfrage, ob der Kunde den Dienst wirklich beanspruchen wolle oder lieber verzichte.

Das Ziel der App ist es, bis Ende Jahr in der gesamten Schweiz als Schaltstelle zwischen Kunde und Taxi zu funktionieren. Röthlisberger beteuert: «Dann wird es diese Kinderschuhe-Probleme nicht mehr geben.»