Manchmal kann nur ein Beweis den Glauben brechen: Eine Koryphäe der Altersforschung, Leonard Hayflick, glaubte einst, kein Mensch könne älter als 121 Jahre werden – bis eine Französin im Februar 1997 ihren 122. Geburtstag feierte. Heute schätzen Wissenschafter das absolute Maximum bei 144 Jahren. Doch wie lange hält diese Grenze? Es wächst eine Gesellschaft der Alten und sehr Alten, die sämtliche Rekorde sprengen wird. Fünf Fakten über die schönen und die dunklen Seiten des Älterwerdens.

1. Schweiz fast an der Spitze

Es gibt nur ein einziges Land, in dem die Menschen noch älter werden als in der Schweiz. Gemäss den jüngsten Daten der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) steht Japan mit durchschnittlich 83,9 Jahren an der Spitze. Danach folgt mit 83 Jahren bereits die Schweiz. Abgeschlagen auf dem letzten Platz liegt Südafrika mit 57,4 Jahren.

2. Männer holen auf

Aufgeholt haben in den vergangenen Jahren vor allem Schweizer Männer. Gemäss Zahlen des Bundes hat seit dem Jahr 2000 die Lebenserwartung der Männer um 2,9 Jahre zugenommen, diejenige der Frauen um 1,7 Jahre. Das liegt daran, dass Erkrankungen besser behandelt werden können oder gar nicht erst in Erscheinung treten. Gerade Männer sterben heute deutlich seltener an Herz-Kreislauf-Krankheiten oder Krebs als noch vor 30 Jahren.

3. Die Krankheit des Vergessens

Doch es gibt auch Krankheiten, die sich mit der steigenden Lebenserwartung ausbreiten: Aktuell leiden in der Schweiz 148'000 Menschen an Demenz. Laut der Organisation «Alzheimer Schweiz» wird sich die Zahl bis 2040 verdoppeln. Die Krankheit des Vergessens ist auch für die Angehörigen sehr belastend, lässt sie nicht nur die Erinnerungen schwinden, sondern verändert auch das Wesen der Betroffenen. Heilung ist nicht in Sicht. «Alzheimer wird uns künftig so stark beschäftigen wie kaum eine andere Krankheit», heisst es vonseiten der Weltgesundheitsorganisation.

4. Singles sterben früher

Die Lebenserwartung dürfte dank der medizinischen Entwicklung dennoch weiter ansteigen. Mike Martin, renommierter Altersforscher der Universität Zürich, geht davon aus, dass bereits 2050 die ersten Schweizer über 130 Jahre alt werden. Weil dann eine viel grössere Gruppe von Menschen mit Sicherheit 90 und älter wird, steigt auch die Chance für Ausreisser nach oben. Um das biblische Alter zu erreichen, hilft es offenbar, lange in einer stabilen Beziehung zu sein. Verheiratete Menschen leben gemäss Bund länger als Singles oder Geschiedene. Wenn Männer mit 65 Jahren verheiratet sind leben sie durchschnittlich noch weitere 19,8 Jahre, geschiedene oder verwitwete 17,1 Jahre und ledige bloss 15,8 Jahre.

5. 100-Jährige keine Seltenheit mehr

Ausreisser nach oben lassen sich schon heute beobachten. 100-Jährige sind in der Schweiz keine Seltenheit mehr. Derzeit leben hierzulande 1510 Personen, die 100 Jahre oder älter sind. Der medizinische Fortschritt schiebt auch andere Grenzen nach hinten. So gebar im vergangenen Jahr eine über 60-jährige Frau ein Kind, was mittlerweile keine Sensation mehr ist. Diese Frauen sind die ältesten Mütter der Schweiz. Die jüngste Neu-Mutter war im vergangenen Jahr übrigens 14.