Es geht hier nicht einfach um das Recht auf Anerkennung. «Wir wollen leben!», skandiert María Pía Ceballos etwa auf der Strasse. Sie kämpft für die Gemeinschaft der Transsexuellen in Argentinien. «Damit diese zur Schule gehen können», wie sie sagt. Und viel mehr noch ruft sie in ihr Megafon: «Hört auf uns zu töten! Hört auf, Transvestiten zu töten!»

Im Oktober 2015 ist Diana Sacayán, Anführerin der Anti-Diskriminierungsbewegung in Argentinien, in Buenos Aires tot aufgefunden worden. Sie war es, die von den argentinischen Behörden als erste Trans-Frau einen Personalausweis mit neuer Geschlechtsidentität bekam. 

Im Mai 2012 hat das argentinische Parlament ein Gesetz erlassen, das dies künftig jedem möglich machte, auch ohne Geschlechtsumwandlung. Selbst das Schweizer Transgender-Netzwerk wertete dies damals als «vorbildlich».

Und doch kämpft María Pía Ceballos noch immer. Auch sie war eine der ersten Trans-Frauen in Argentinien mit angepasster ID. «Ich werde dafür kämpfen, dass andere Trans-Frauen nicht erleben müssen, was ich erlebt habe», sagt sie. Denn der Kampf für mehr Rechte – und gegen Gewalt – geht offenbar weiter. (smo)