«Wir gehören weltweit zu den Ersten, die veganen Käse produzieren», sagt Mauro Oliani im Keystone-SDA-Video. Er betreibt zusammen mit Andrea Palazzini das Restaurant «Stella Alpina» im Bedrettotal unterhalb des Nufenenpasses. Dort, auf fast 1500 Metern über Meer, produzieren sie auch den veganen Käse und bieten ihn den Gästen im Restaurant an.

Die beiden Italiener ernähren sich seit Jahren vegan, mögen aber trotzdem nicht auf das Käsegefühl im Gaumen verzichten. Also haben sie ihren eigenen Käse ohne tierische Produkte kreiert. Das sei auch für das Käseland Schweiz eine gute Sache, finden die beiden. Einem typischen Käseland wie die Schweiz stünden Innovationen gut an.

Nur Käse darf Käse heissen

Das Geheimnis der veganen Käseherstellung sind Cashewnüsse, die durch pflanzliche Enzyme fermentieren. Das Endprodukt sieht echtem Camembert, Taleggio oder Gorgonzola täuschend ähnlich. Ob es auch so schmeckt? Die Reaktionen der Probanden auf der Strasse fallen im Video (oben) unterschiedlich aus.

Unter dem Begriff «Käse» dürfen vegane Produkte übrigens nicht verkauft werden. Laut einem Urteil des EU-Gerichtshofs (EuGH) vom Juni 2017 sind Bezeichnungen wie «Rahm», «Butter», «Joghurt» oder eben auch «Käse» Produkten vorbehalten, die aus der «normalen Eutersekretion von Tieren» gewonnen werden.

Das hohe Gericht begründete seinen Entscheid namentlich mit Verwechslungsgefahr für Konsumenten. Allerdings gibt es Ausnahmen für 21 «milchig» klingende Produkte, meist traditionelle Erzeugnisse, wie zum Beispiel in Deutschland Kokosmilch, Ernussbutter, Leberkäse oder Butterbohnen.