Noch im September hatte Urs Jenny, der Präsident des Gewerbeverbands IG Silbern, sich optimistisch geäussert: «Dass die Station Silbern im Richtplan des Kantons steht, ist ein grosser Sprung nach vorne.» Auch Dietikons Stadtpräsident Otto Müller hatte damals hoffnungsfroh in die Zukunft geblickt: «Die Haltestelle wird kommen, man weiss nur noch nicht genau wann.»

Wenn es nach den Gewerblern geht, muss sie bald kommen, weil sie einen wichtigen Standortfaktor darstellt. Im Oktober hatte das Bundesamt für Verkehr (BAV) den Bericht zum Bahn-Ausbauschritt 2030/2035 herausgegeben. Die Vernehmlassung läuft noch bis zum 15. Januar. Rund 100 Stellen werden laut BAV zu Stellungnahmen eingeladen, insbesondere Kantone, Verbände und Verkehrsunternehmen. Aber auch nicht eingeladene Organisation und Einzelpersonen haben das Recht, sich zu äussern.

Der Bundesrat und die Zürcher Volkswirtschaftsdirektion bevorzugen für den Bahn-Ausbau die 11,5-Milliarden-Franken-Variante per 2035. Das Parlament in Bern könnte sich aber auch für die kleinere 7-Milliarden-Franken-Variante per 2030 entscheiden. Auch eine Grössenordnung für den Finanzbedarf einer Silbern-Haltestelle wurde im Oktober schon genannt:
49 Millionen Franken.

Druck machen bei Leuthard

Die Station beim Coop Silbern ist in beiden Varianten nicht drin, könnte es aber noch ins Programm schaffen: Sie hat derzeit den Status «offen». Seit gestern fordert die IG Silbern ihre Mitglieder auf, sich aktiv für eine Priorisierung des Projekts einzusetzen und an Bundesrätin Doris Leuthard ihre Vernehmlassungsantworten zu schicken. Als Hilfestellung gibt die IG Silbern ihren Mitgliedern verschiedene Formulierungen für Argumente an die Hand.

In dem Schreiben von Urs Jenny heisst es: «Wir fordern eine S-Bahn-Station Silbern. Für uns ist Dringlichkeit gegeben. Die Station ist bereits seit 2008 ein Thema.» Die kantonalen Behörden hätten die Notwendigkeit der neuen Haltestelle in einem Raum mit über 5000 Arbeitsplätzen anerkannt. Sie sei in den kantonalen Richtplan aufgenommen worden, welcher im März 2014 vom Kantonsrat festgesetzt worden sei. «Wir ersuchen um Priorisierung des Anliegens. Eine hohe Frequenz für die Haltestelle ist erwiesen.» Auch für die Konsumenten und die Bewohner des Limmatfeld-Quartiers würde die Station Vorteile bringen: Erreichbarkeit und weniger Staus.

Bundesrätin Leuthard hatte bereits Kontakt mit Pro-Haltestellen-Kämpfern. Anfang Mai überreichte Nationalrat Hans Egloff ihr in Bern im Auftrag des Komitees «Vorwärts Limmattal!» ein von 40 Limmattaler Gemeindevertretern unterzeichnetes Verkehrsmanifest. Teil des Manifests: die Forderung nach der neuen Haltestelle. Die gewünschte Priorisierung zog der Besuch aber nicht nach sich.

Im November hatte sich Otto Müller in städtischen Vernehmlassungsantworten zuhanden von Kanton und Bund für das Projekt starkgemacht. Müller betonte dabei vor allem die wirtschaftliche Bedeutung des Gebiets mit seinen vielen Arbeitsplätzen.