Martin Neukom (Grüne) ist neuer Baudirektor, Natalie Rickli (SVP) neue Gesundheitsdirektorin des Kantons Zürich. Mit dieser Ämterverteilung hat der Regierungsrat gestern den Volkswillen, wie er bei den Wahlen vom 24. März zum Ausdruck kam, konsequent umgesetzt. Das Stimmvolk hat die ökologischen Kräfte massiv gestärkt. Somit ist es nur logisch, dass Neukom nun jenes Departement übernimmt, in dem umweltpolitisch am meisten zu bewegen ist. Und nachdem von den Bisherigen keine und keiner sich veranlasst sah, die Direktion zu wechseln, blieb für Rickli folgerichtig die Gesundheitsdirektion.

Dass der Regierungsrat entgegen anderslautenden Spekulationen den Wählerwillen auf diese Art respektiert, ist gut. Denn das Wahlergebnis vom 24. März war auch eine Abfuhr für das einseitige bürgerliche Powerplay, das aus den Mehrheiten im Regierungs- und Kantonsrat in den letzten Jahren resultierte.

Nun ist das Parlament bunter geworden. Blockfrei nannte es Alterspräsident Valentin Landmann (SVP) gestern in seiner Eröffnungsrede zum Start in die neue Legislatur. Er meinte dies positiv. Die Kräfteverhältnisse sind weniger einseitig, Parlament und Regierung werden vermehrt auf Kompromisse abzielen müssen. Darin liegt eine Chance: Die Ideologien könnten in den Hintergrund rücken, die Sachpolitik in den Vordergrund – und zwar sowohl auf der bürgerlichen als auch auf der rot-grünen Ratsseite. Parlament und Regierung täten gut daran, diese Chance zu nutzen.