1. Wann geht es los?

Das 1.-Mai-Fest beginnt in Zürich schon heute, am 27. April: Den Auftakt im Glaspalast auf dem Kasernenareal bildet ein Auftritt des Zürcher Musikers und Kabarettisten Niels van der Waerden um 20.30 Uhr. Er singt Lieder linker Bewegungen und spielt Klavier. Übers Wochenende und am 1. Mai geht das Fest auf dem gleichen Areal weiter, mit Konzerten, DJs, Politveranstaltungen, Foodständen und Spielen.

2. Worum geht es laut Programm?

Die Politveranstaltungen auf dem Zürcher Kasernenareal widmen sich am 1.-Mai-Wochenende Themen wie «100 Jahre Landesstreik» oder «200 Jahre Marx» (beides am Sonntagnachmittag). Das Treffen der Linken ist jedoch nicht nur historisch ausgerichtet: So widmet sich die Bewegung für den Sozialismus am Samstag (14.30 Uhr) unter dem Titel «Who Cares?» der Situation der Pflegenden. Der kantonale Gewerkschaftsbund führt am Sonntag um 18 Uhr die Veranstaltung «Das Uber-Prinzip – Digitalisierung als Job-Killer» durch, um nur einige Beispiele aus dem Politprogramm zu nennen.

3. Worum geht es wirklich?

Mindestens ebenso wichtig wie das offizielle Programm ist das Schlendern um die Kasernenwiese, wo man sich trifft, multikulturell speist und über Gott (oder Marx) und die Welt plaudert.

4. Wie viele Leute kommen?

Am 1.-Mai-Umzug in Zürich nahmen in den letzten Jahren jeweils rund 10'000 Personen teil. Es ist damit die grösste regelmässige Politkundgebung der Schweiz.

5. Seit wann wird der 1. Mai gefeiert?

Die Ursprünge des Tags der Arbeit liegen in den USA: US-Gewerkschaften wollten am 1. Mai 1886 die Forderung nach dem achtstündigen Arbeitstag mittels Streik durchsetzen. Das Anliegen fand auch in Europa Unterstützung: So beschloss der internationale Arbeiterkongress von Paris 1889, dass «gleichzeitig in allen Ländern und in allen Städten die Arbeiter an die öffentlichen Gewalten die Forderung richten, den Arbeitstag auf acht Stunden festzusetzen».

Seit 1890 wird der 1. Mai international gefeiert, so auch in der Schweiz. Die grösste Schweizer 1.-Mai-Demo fand 1919 mit rund 50'000 Teilnehmenden in Zürich statt, wie der Schweizerische Gewerkschaftsbund schreibt. Kurz zuvor war die 48-Stunden-Woche eingeführt worden.

6. Wer spricht am 1. Mai in Zürich?

Die Hauptrednerinnen sind Vania Alleva, Präsidentin der Gewerkschaft Unia, und die baskische Aktivistin Nekane Txapartegi. Das Motto des Gewerkschaftsbundes lautet «Lohngleichheit. Punkt. Schluss!», jenes des Zürcher 1.-Mai-Komitees «Freiheit».

7. Wo findet die Demo statt?

Die Zürcher 1.-Mai-Kundgebung beginnt um 10 Uhr auf dem Helvetiaplatz. Anschliessend bewegt sich der Umzug via Bahnhofstrasse und Limmatquai zum Sechseläutenplatz. Dort findet die Schlusskundgebung statt.

8. Ist Randale zu erwarten?

Die einst wegen Ausschreitungen berüchtigte Nachdemo linksextremer Kreise im Anschluss an die offizielle Kundgebung hat die Stadtpolizei in den letzten Jahren jeweils konsequent unterbunden. Grössere Ausschreitungen gab es zuletzt 2011. Damals nahm die Polizei 550 Personen fest; letztes Jahr waren es 36. Linksextreme Kreise rufen auch dieses Jahr zum «Revolutionären Treff» beim Kanzleiareal neben dem Helvetiaplatz auf.