«Dietikon ist sauber und sicher.» So lautet der Legislaturschwerpunkt der Stadt. Um dieses Ziel zu erreichen, hat der Stadtrat bereits verschiedene Massnahmen ergriffen. Nach der Vergrösserung von Abfalleimern, der intensiveren Reinigung im Zentrum, der Erhöhung der Polizeipräsenz am Bahnhof und Plakataktionen zum Thema Littering startet Dietikon jetzt das Pilotprojekt «Lebensraumorientierte Prävention».

Für diesen Versuch unterzeichnete die Stadt einen Leistungsvertrag mit der SIP (Sicherheit, Intervention, Prävention) Züri. Deren Mitarbeiter werden bis Ende Juni unter der Bezeichnung SIP Dietikon rund um den Bahnhof patrouillieren. Damit folgt Dietikon dem Beispiel von Oberengstringen, wo die SIP seit Anfang März für die Gemeinde unterwegs ist. Gestern Abend patrouillierte die SIP das erste Mal in Dietikon.

Laut Heinz Illi, Dietiker Sicherheits- und Gesundheitsvorstand, sorgt die SIP Dietikon dafür, dass Verhaltensregeln im öffentlichen Raum befolgt werden. Konkret heisst das, dass jeweils zwei Personen in blauer SIP-Uniform rund um den Bahnhof, auf dem Kirchplatz und entlang dem Limmatufer zum Rechten schauen. Fällt der SIP auf, dass sich jemand nicht ordnungsgemäss verhält, so sucht sie das Gespräch.

Dazwischengehen und reden

Christian Fischer ist Betriebsleiter der SIP Züri. Er sagt: «Öffentlicher Raum ist für alle da. Wenn aber jemand denkt, er verfüge über eine Monopolnutzung, so ist es unsere Aufgabe, ihn eines Besseren zu belehren.» Fischer nennt das Beispiel von Jugendlichen, die sich gerne auf Plätzen versammeln und dort Alkohol trinken. «Sobald der Alkoholpegel zu hoch ist, merken sie nicht mehr, wie sie wirken», sagt er.

Das sei der Moment, wo die SIP dazwischengehe und die Jugendlichen mit einem Gespräch auf ihr Fehlverhalten aufmerksam mache. Sicherheitsvorstand Illi ergänzt, dass die SIP nicht nur mit Jugendlichen arbeitet, sondern mit allen Personen, die sich im öffentlichen Raum nicht an die Regeln halten.

In der Theorie klingt das alles schön und gut, aber werden die Jugendlichen in solchen Fällen die SIP tatsächlich ernst nehmen? Der Projektleiter der SIP Züri, Peter Laib, hat in Zürich die Erfahrung gemacht, dass junge Leute anfangs oft aggressiv reagieren. «Wir nehmen aber jede Provokation als Einladung zur Diskussion», sagt Laib.

Oliver Badrzadeh ist Jugendarbeiter im Jugendzentrum Dietikon. Er befürwortet das Eingreifen der SIP als eine vermittelnde Instanz, die mit den Jugendlichen das Gespräch sucht. Er sagt: «Gleichzeitig sollte man den Jugendlichen aber auch ihren Freiraum lassen und sie nicht von überall wegschicken.» Das ist auch ein Anliegen der SIP Dietikon. «Wir wollen niemanden vertreiben», sagt Peter Laib. Und auch Christian Fischer betont: «Unsere Waffe ist das Gespräch.» Sollte es zu einer brenzligen Situation kommen, so sei es die Aufgabe der Polizei, über die nächsten Schritte zu entscheiden, sagt Fischer.

Die SIP Dietikon unterstützt die Stadt auch im Kampf gegen Littering und macht Abfallsünder auf ihr Vergehen aufmerksam. Dietikon war vor vier Jahren eine der ersten Gemeinden im Kanton Zürich, die das Bestrafen von Littering in ihren Bussenkatalog aufgenommen hat. Rolf Wohlgemuth, Polizeichef der Stadtpolizei Dietikon, sagt, dass die meisten Bussen für das Spucken auf den Boden und achtlos weggeworfene Zigarettenstummel ausgestellt werden. «Pro Jahr büssen wir weit über hundert Personen», sagt Wohlgemuth.

154 Einsatzstunden eingekauft

Die Vergrösserung der Abfallkübel kostete die Stadt bereits eine halbe Million. Die 154 Einsatzstunden, die Dietikon von der SIP gekauft hat, kosten weitere 20 000 Franken. Neben der SIP Dietikon trifft der Stadtrat weitere Vorkehrungen, die zur Verbesserung von Sicherheit und Sauberkeit im Zentrum von Dietikon beitragen sollen. In der öffentlichen WC-Anlage Kirchplatz wird im Vorraum in Kürze eine Videoüberwachung installiert, mit allen Imbissläden im Zentrum werden Vereinbarungen zur Verminderung von Abfall getroffen. Wie es nach dem Pilotprojekt SIP Dietikon weitergeht, kann Heinz Illi übrigens noch nicht sagen.