Noch eine Partie haben die Frauen vom HC Dietikon-Urdorf in der laufenden Abstiegsrunde der 1. Liga vor sich. Es ist eine, die es in sich hat. Die Limmattalerinnen spielen am Samstagabend, 4. Mai, auswärts gegen Zofingen Handball. Die Aargauerinnen liegen momentan auf Platz 4 und müssten damit in die Barrage. Sie haben allerdings nur zwei Punkten Rückstand auf die drittplatzierten Limmattalerinnen und das deutlich bessere Torverhältnis. Mit anderen Worten: Bei einem Sieg würden sie die Limmattalerinnen überholen und auf den vierten oder fünften Platz, sprich in die Barrage, zwingen. Bei dieser spielen die zweit- und drittletzten Teams der beiden Gruppen in der Abstiegsrunde im Kreuz gegeneinander je ein Hin- und ein Rückspiel. Wer verliert, muss endgültig absteigen.

In die Barrage müsste nach jetzigem Stand auch GC Amicitia Zürich, das auf Rang 5 liegt – mit drei Punkten Rückstand auf Dietikon-Urdorf. Die Zürcherinnen haben jedoch noch eine Partie weniger ausgetragen. Diese holen sie am Samstag nach. Es ist das Rückspiel gegen Leader Brühl. Sollten die Zürcherinnen dieses Duell wider Erwarten für sich entscheiden, könnten sie Dietikon-Urdorf vor deren letzten Auftritt in der Abstiegsrunde arg unter Druck setzen. Denn GC Amicitia spielt am 4. Mai vor den Limmattalerinnen gegen Emmen. Bei einem Sieg hätten die Zürcherinnen in der virtuellen Tabelle einen Punkt Vorsprung auf Dietikon-Urdorf. Und den Limmattalerinnen würde ein Punkt gegen Zofingen nicht mehr reichen, da auch die Zürcherinnen das bessere Torverhältnis haben. Sie stünden gegen Zofingen also unter Siegzwang.

Dabei hätte die Ausgangslage für die Limmattalerinnen vor diesem letzten Spiel deutlich entspannter sein können. Nämlich dann, wenn sie vor rund zwei Wochen bei der Direktbegegnung gegen GC Amicitia gewonnen hätten. Stattdessen holten sie ein 25:25-Unentschieden. «Na ja, wir hätten diese Partie auch verlieren können», sagt Trainer Muzaffer Dogru. «Wir lagen in der ersten Halbzeit mit drei Toren zurück.» In der zweiten Hälfte machten die Limmattalerinnen den Rückstand wett, glichen 30 Sekunden vor der Schlusssirene aus. «Dank dieses Unentschiedens haben wir es in den eigenen Händen», so Dogru. «So gesehen war dieser Punkt Gold wert.»

Dennoch gibt Dogru zu, dass die Anspannung bei allen gross ist. Hinzu komme, dass man eine relativ lange Pause gehabt habe. «Es waren noch Ostern dazwischen», so der Trainer. «Wir müssen unsere Spritzigkeit wiedererlangen.» Auch wolle man die Abschlüsse trainieren. Denn die Defensive sieht Dogru als grosse Stärke der Zofingerinnen: «Sie haben eine sehr gute und aggressive Verteidigung.»

Spielerinnen fraglich

Dennoch ist Dogru zuversichtlich, dass sein Team sich gegen die Aargauerinnen durchsetzen wird, und das nicht nur wegen des 22:21-Sieges im Hinspiel. «Wir kennen ihre Stärken und ihre Schwächen», so Dogru. «Zudem ist eine ihrer Schlüsselspielerinnen verletzt.» Ein Manko, das allerdings auch Dietikon-Urdorf hat: «Bei uns sind einige Spielerinnen fraglich.» Man habe zwar andere Spielerinnen, die das kompensieren könnten, doch: «Es nimmt uns natürlich Optionen weg.»

Auch der Faktor, dass die Limmattalerinnen auswärts antreten müssen, könnte eine Rolle spielen. «Wir sind extrem heimstark», so Dogru. «Es ist für uns sicher kein Vorteil, auswärts zu spielen. Allerdings: So grossen Einfluss wie in den oberen Ligen hat das Publikum nicht.»

Dogru bleibt also optimistisch. Und was, wenn sein Team dennoch in die Barrage müsste? «Daran denke ich nicht.»