Vom Erdgeschoss sieht man den Himmel. Dies ist möglich, weil die Etagen durch eine Art Galerie verbunden sind und so die Sicht zum Dachfenster auch von ganz unten frei wird. Ein Raum, der sich über alle Geschosse erstreckt, sei eine zentrale Idee gewesen, sagt Volker Mencke anlässlich eines Rundgangs durch den Pfarrei-Neubau. Er ist Partner beim für den Bau verantwortlichen Büro Stöckli Grenacher Schäubli aus Zürich. Nach gut einjähriger Bauzeit ist das neue Pfarrei-Gebäude der katholischen Kirche Schlieren fertiggestellt. Am kommenden Sonntag wird sie geweiht. Der Neubau wurde notwendig, weil die Schlieremer Katholiken in ihren bisherigen Räumen keinen Platz mehr hatten. Neben dem Sekretariat am Dammweg nutzten sie auch das Haus an der Uitikonerstrasse 32 vis-à-vis der Kirche St.Josef.

Vorbei am künftigen Sekretariat gelangt man in einen grosszügigen Korridor. Hier ist der Verwaltungsbereich zu finden. Ein Blick durch die Glastüren verrät, dass sich dort Büroarbeitsplätze befinden. Bald werden dort Pastoralassistenten, Jugendarbeiter und Pfarrer Kurt Vogt ihren Aufgaben nachgehen. «Insgesamt werden dereinst rund 20 Menschen in unterschiedlichsten Funktionen in der neuen Pfarrei tätig sein», sagt Hubert Zenklusen, Präsident der Kirchenpflege. «Endlich gehören unsere Platzprobleme der Vergangenheit an.» Im ersten Obergeschoss, das ebenerdig zum Eingang der Kirche gelegen ist, befindet sich das Prunkstück des Gebäudes: der Saal für rund 160 Personen. Die Glasfassade zur Kirche lässt sich öffnen, sodass aus dem Saal ein überdachter Teil des Platzes entsteht.

Ein Innenhof im obersten Geschoss

«Wir wollten ein Ensemble erzeugen. Nun hat der Ort einen anderen Charakter. Gemeinsam mit den markanten Bäumen wird er zu einer perfekten Bühne für Hochzeiten, Taufen und Märkte», so Mencke. Gleich neben der Bühne des Saals wurde eine moderne Küche eingebaut.

Gruppenräume für den Chor, den Unterricht und die Jugendgruppe befinden sich im zweiten Obergeschoss. Speziell ist, dass diese Etage über einen Innenhof verfügt. Über Glastüren kommt man in diesen zusätzlichen Raum, der ohne Schnickschnack auskommt. Künftig werde er wohl noch mit Tischen und Stühlen möbliert, sagt Zenklusen. Doch sonst gibt es nur den Himmel, die weissen Wände, die Glastüren. Wer an der richtigen Stelle steht, erblickt den Turm der Kirche St. Josef, was kein Zufall sein dürfte.

Eine Einheit mit der Kirche

Bei der Planung und den Bauarbeiten mussten einige Hindernisse überwunden werden. So befindet sich das Bauland im Spickel zwischen SBB-Gleisen und Uitikonerstrasse, direkt an einer Böschung und auf einer Quellfassung. Auf der Seite zur Kirche hin befinden sich zwei als schützenswert eingestufte Bäume, auf die während der Arbeiten besonders Acht gegeben werden musste. Diese äusseren Umstände verteuerten die Arbeiten. Die SBB verlangten beispielsweise die Konsultation von externen Planern. «Diese äusseren Umstände verteuerten und verzögerten die Arbeiten», sagt Mencke. Für diese Arbeiten bewilligte die Kirchgemeinde einen Kredit von 9,4 Millionen für den Neubau mit Umgebung. Davon war eine Million für den Umbau der Kirche mit einer gemeinsamen Heizung vorgesehen. Nun steht man finanziell gut da. «Wir liegen im Budget», sagt Peter Seifriz, Liegenschaftsverwalter der Kirchenpflege.

Der Neubau bildet gemeinsam mit der Kirche St. Josef eine Einheit, was sich an der Architektursprache zeigt. Die Volumen der Bauten sind von der Uitikonerstrasse aus gesehen ähnlich, aber nicht identisch. «Wir wollten den Stil der Kirche weiterentwickeln. Das Ensemble soll wie eine Familie wirken», sagt Mencke.