Zwei Leidenschaften bestimmen das Leben von Daniel Frei. Mit Herzblut bringt er Jugendlichen seit 25 Jahren das Autofahren bei. In seiner Freizeit frönt er mit Begeisterung dem Fussball. Diese ist auch in der Fahrschule von Frei in Rümlang deutlich zu sehen. In seinem Ladenlokal stehen unzählige kleine und grosse Pokale in den Regalen, Wimpel hängen neben dem Töff- und Automodell im Schaufenster.

An den Wänden der Fahrschule sind rund zwei Dutzend Spielerleibchen, die die Namen Liechtensteiner, Zuber, Nuñez, Mikari oder Bobadilla tragen. Alle Shirts sind mit persönlichen Widmungen an Frei versehen. «Ich habe den meisten GC-Spielern das Autofahren beigebracht», sagt Frei und lacht. Aber auch andere Spitzensportler wie etwa Spieler der ZSC Lions, EHC Kloten und dem FCZ zählen zu den Kunden des langjährigen Fahrlehrers aus dem Zürcher Unterland.

Neben GC-Spieler zählen auch jene der ZSC Lions und dem FCZ zu Freis Kunden.

Neben GC-Spieler zählen auch jene der ZSC Lions und dem FCZ zu Freis Kunden.

Grosse Namen, hervorragende Schülerbewertungen und eine Bestehensquote von rund 90 Prozent bei der ersten Fahrprüfung verschaffen Frei in diesem Jahr den Titel «Bester Fahrlehrer im Kanton Zürich»: Mit der App «iTheorie» lernen die Fahrschüler die Autotheorie und können zudem den Unterricht beim Fahrlehrer bewerten. 8000 Lernende haben schweizweit ihre Stimme abgegeben und Frei zum Besten im Kanton sowie der ganzen Deutschschweiz. Landesweit belegt er den zweiten Platz, wie bereits im Vorjahr.

Tun, was man gerne macht

Frei freut sich zwar über den Erfolg, dennoch hängt er ihn nicht an die grosse Glocke. «Wenn man etwas gerne macht, dann macht man es auch gut», erklärt der Fahrlehrer. In seiner Fahrschule werden auch Motorradfahrer ausgebildet. Diesen Unterricht übernehmen aber unter anderem seine fünf Angestellten und Aushilfsfahrlehrer, «weil sonst die Frisur kaputt geht», lacht er. Um keinen Scherz verlegen, stets ein wohlwollendes Wort parat und gelassen: Genau so unterrichtet Frei seine Schüler.

Rund ein Drittel seiner Zöglinge kommen von anderen Fahrschulen, wo sie bereits viel Geld in Lektionen gesteckt haben, jedoch ohne Erfolg. «Ich versuche mit Spass und Kollegialität zu motivieren, mache aber vorwärts mit den Stunden, sodass die Fahrschüler zügig die Prüfung machen können», so Frei.

Selbstständig fahren

Dass sich dieses Credo bewährt, zeigen die Bewertungen seiner Fahrschüler. Die häufigsten Schlagworte darunter lauten «geduldig», «humorvoll» und «sehr konzentriert». Frei selber bezeichnet sich als pingelig: «Ich kritisiere jede Einzelheit und versuche, meine Schüler absolut genau zu schulen.» Dass er das tatsächlich tut, beweist er sogleich selber.

Fahrschülerin Joy absolviert an diesem Morgen ihre sechste Fahrstunde. «Weil sie privat viel übt, kann ich sie schon bald für die Prüfung anmelden», sagt der Fahrlehrer. Er wirkt zufrieden dabei. Den Schülern Selbstvertrauen zu geben, sei wichtig. «Nur so werden sie sichere und gute Autofahrer», ist er überzeugt. Auch die Kritik sei wichtig – und wie man diese formuliert.

Fahrlehrer Daniel Frei und Fahrschülerin Joy unterwegs von Neerach über Glattbrugg nach Rümlang.

Fahrlehrer Daniel Frei und Fahrschülerin Joy unterwegs von Neerach über Glattbrugg nach Rümlang.

Natürlich gebe es talentiertere Schüler und solche, die mehr Mühe hätten, sich im Strassenverkehr zurecht zu finden: «Da Fussballer und andere Sportler über mehr Selbstvertrauen verfügen, lernen sie den Verkehrssinn und die nötige Voraussicht schneller als andere. Personen aus afrikanischen oder asiatischen Ländern tun sich oftmals schwer mit dem Verkehrsfluss in der Schweiz», sagt Frei.

Während dem Einbiegen lobt er Joy. Schaut sie zu wenig deutlich in eine Einfahrt, macht er sie darauf aufmerksam. Sein Tonfall ist stets ruhig, seine Augen aber scheinen alles zu sehen. Dennoch unterhält er sich während der Fahrstunde gerne auch über Alltägliches wie die Schule, die bevorstehenden Skiferien oder Open Air-Konzerte.

Galant wechselt er zwischen Small-Talk und Fahranweisungen. Dazwischen analysiert er mit Joy Verkehrssituationen und Manöver, die sie fährt. Etwa so fliessend wie Frei zwischen den Themen wechselt, schlängelt sich die Fahrerin durch den Autobahnverkehr.

Vortrittsrecht bereitet Mühe

In all den Jahren als Fahrlehrer sei im Unterricht Vieles gleich geblieben. «Die grösste Mühe haben die Schüler mit dem Vortrittsrecht – das war aber schon immer so», sagt Frei und lacht. Verändert haben sich in den vergangenen 25 Jahren vor allem die Strassenverhältnisse. «Der Verkehr hat deutlich zugenommen und damit ist auch der Stress für die Fahrschüler deutlich gestiegen.» Deshalb sieht er es als seine Pflicht, so selten wie möglich mit Händen und Füssen ins Lenkrad und die Pedale einzugreifen. «Sie sollen selber fahren lernen», begründet er sein Vorgehen.

Joy ist zufrieden mit Frei. Bevor sie sich für den Unterricht bei ihm anmeldete, hatte sie im Internet recherchiert. «Weil es so viele Fahrlehrer gibt, habe ich mich dann bei Freunden erkundigt», sagt die Studentin. Bereits zwei, drei Kollegen hätten bei Frei Autofahren gelernt und sich durchs Band positiv über die Fahrschule geäussert. Mit dieser Mundpropaganda hat Frei weitherum Bekanntheit erlangt. So bringt er auch den Spielerfrauen, Freunden und Familienangehörige von Fussballern das Autofahren bei. Diese reisen wöchentlich aus der gesamten Deutschschweiz und manchmal sogar aus dem Ausland an, um eine Stunde mit Frei durchs Zürcher Unterland zu kurven.