Das «Gleis 21» am Bahnhof Dietikon platzt aus allen Nähten. Damit alle einen Platz finden, erstreckt sich die Bestuhlung über den ganzen Museumsraum bis ins angrenzende Bistro hinein. Ob wohl der Duft von frischem Popcorn all diese Menschen angelockt hat? Nach drei Wochen voller Programm haben die Macher der Trickfilmausstellung zur Finissage eingeladen.

«Es ist unglaublich, dass wieder so viele gekommen sind», sagt Rita Bachofen, die die Ausstellung zusammen mit Rolf Brönnimann auf die Beine gestellt hat, in ihrer Ansprache. Laut ihr haben in den drei Wochen über 1300 Besucher die Ausstellung besucht. Rolf Brönnimann erzählt, die Verantwortlichen der Schweizer Trickfilmgruppe seien bei Besuchen begeistert gewesen. Ein Teil der Ausstellung war vorher schon unter anderem in Baden, Solothurn und Lausanne zu sehen. «Aber Dietikon hat alle Rekorde gebrochen», sagt Brönnimann. «Gleis 21»-Geschäftsführer Fabian Hauser bedankt sich in seiner kurzen Ansprache bei Bachofen und Brönnimann für ihre unermüdliche Arbeit. Die Ausstellung habe dem Kulturlokal einen Schub verliehen, sagt er.

Besucher legten selbst Hand an

Die letzten drei Wochen haben der Region die faszinierende Welt des Trickfilms näher gebracht. Dabei erlebten viele Besucher, wie vielfältig Animationsfilme abseits des Mainstreams sein können und dass längst nicht alle für Kinder geeignet sind. Die ausgestellten Zeichnungen, Figuren, Objekte und sogar ganze Filmsets zeigten ein lebendiges Filmgenre, das vor Kreativität nur so strotzt. An vielen Abenden gaben Filmemacher Einblick in die Entstehung ihrer Filme. Nicht wenige Besucher waren überrascht, wie viel Detailarbeit in den minutiösen Werken steckt. «Am schönsten finde ich, wie viele Besucher überrascht waren, wie spannend Trickfilme seine können und gleich mehrmals in die Ausstellung kamen», sagt Bachofen. Aber die Besucher konnten nicht nur zusehen. An mehreren Kursen konnten Kinder und Erwachsene selbst Hand anlegen und erste Erfahrungen machen als Filmemacher.

Die zahlreichen Besucher füllten das «Gleis 21» bis auf den letzten Platz.

Der letzte Abend gehört dann auch nicht mehr den Profis, sondern steht ganz im Zeichen der Laien. Auf der Leinwand werden Kurzfilme projiziert, die in Kursen vor und während der Ausstellung entstanden sind.

Anschliessend schlendern viele Besucher mit einem Glas Wein oder einer Tüte Popcorn in der Hand ein letztes Mal durch die Trickfilmwelt. Die Dietiker Brönnimann und Bachofen freuen sich, dass sie nach der intensiven Zeit in Dietikon nun wieder etwas Ruhe haben.

Im Juni schlägt die nationale Wanderausstellung ihre Zelte in Luzern auf – dem letzten Stopp auf der Tour. Der Kulturbetrieb im «Gleis 21» verabschiedet sich am 15. Juni mit einem gemeinsamen Fest mit dem Quartierverein Altberg in die Sommerpause. Im Bistro im gleichen Gebäude können Gäste aber den ganzen Sommer über einkehren. Für die zweite Jahreshälfte haben sich die Kultur-Verantwortlichen viel vorgenommen. Über 30 Veranstaltungen sind laut Hauser geplant. Am 24. August geht es mit dem Theatertag los, der zusammen mit dem Theater Dietikon veranstaltet wird.