Die Kupfer-Felsenbirne ist jetzt schon am Blühen. Was zeichnet diese Pflanze aus?

Urs Aeberli: Die Kupfer-Felsenbirne ist ein einheimisches, sommergrünes Strauchgewächs. Die Pflanze besitzt eine schöne Blütenfarbe, und die Blüten liefern für Schmetterlinge und kleine Insekten wertvollen Nektar. Von Juni bis August trägt sie zudem dunkelblaue Früchte, die von Vögeln gefressen werden, aber auch für uns essbar sind. Man kann sie zu Konfitüre oder Mus verarbeiten. Die Früchte selbst und die orange-rote Herbstfärbung der Blätter verleihen der Kupfer-Felsenbirne zusätzlich einen Ziereffekt.

Was ist zu beachten, wenn man die Kupfer-Felsenbirne in seinem Garten anpflanzen will?

Die Pflanze wächst fast überall, an schattigen wie sonnigen Orten. So ist sie auch oft im Wald zu finden. Der mehrstämmige Strauch erreicht eine Höhe von bis zu drei Metern und kann zu einem Kleinbaum aufgeästet werden. Kompakt gehalten kann man ihn auch in einem kleineren Garten pflanzen. Bezüglich der Bodenverhältnisse ist die Kupfer-Felsenbirne nicht sehr anspruchsvoll und verträgt auch eine längere Trockenperiode. Was ihr hingegen nicht bekommt, ist Staunässe.

Die Kupfer-Felsenbirne lockt mit Nektar.

Die Kupfer-Felsenbirne lockt mit Nektar.

Haben Sie in letzter Zeit eine vermehrte Nachfrage nach heimischen Pflanzen bemerkt?

Nein, nicht wirklich. Ich suche aber immer das Gespräch mit meinen Kundinnen und Kunden und rate ihnen dabei, heimische Pflanzen zu bevorzugen. Genau so wenig gibt es eine gesteigerte Nachfrage nach der Entfernung von invasiven Neophyten. Wenn man diese in Gärten entdeckt, ist es wichtig, die Besitzer anzusprechen und auf die Gefahren hinzuweisen.

Müssen Gärtner mehr unternehmen, um die Leute über invasive Neophyten aufzuklären?

Ich denke schon. Ich habe mich zwar bemüht, möglichst alle invasiven Neophyten in meiner Umgebung zu entfernen. Aber grundsätzlich müssen wir Gärtner noch mehr Informationsarbeit leisten. Gerade die Zusammenarbeit mit den Gemeinden empfinde ich als sehr wichtig. Deshalb ist auch das Projekt (G)Artenvielfalt lobenswert.

Was zeigen Sie in Ihrem Gartenraum?

Wir zeigen einerseits, dass die Gestaltung mit Beton sich problemlos mit der Natur verbinden lässt, und andererseits, dass in einem kleinen Gartenraum Grosses bewirkt werden kann. Auch wenn wenig Platz zur Verfügung steht, kann mit einheimischen Pflanzen, insbesondere Nutzpflanzen, gearbeitet werden. Unser Gartenraum soll einen typischen Familiengarten darstellen, in dem die Kinder ohne Bedenken auf Entdeckungstour gehen können. Es hat keine giftigen Pflanzen, und alle Beeren sind essbar.

Was empfehlen Sie, wenn man auf dem Balkon Pflanzen haben will?

Mittlerweile gibt es verschiedene Konstruktionen, die es erleichtern, auf einem Balkon einen Garten zu gestalten. Ein Hochbeet eignet sich etwa für Kräuterpflanzen, und an einer grünen Wand lassen sich Beeren anpflanzen. Es gibt einige Lösungen für einen Balkon und darunter auch viele mit einheimischen Pflanzen.