Die Preise für Wohneigentum im Kanton Zürich sind 2017 deutlich gestiegen. Am stärksten betroffen war die Region um den Zürichsee. Dort sind im vergangenen Jahr die Preise im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 7,6 Prozent angestiegen. In den Agglomerationsgemeinden stiegen sie im gleichen Zeitraum um 3,4 Prozent, in der ländlichen Region um 2,8 Prozent.

«Ein Grund für den Anstieg im 2017 könnte sein, dass die verkauften Objekte durchschnittlich kleiner geworden sind, bei gleichbleibenden Preisen. In einem Index drückt sich dies in einem Preisanstieg aus», erklärt ein Sprecher der Zürcher Kantonalbank (ZKB) auf Anfrage. Denn mit der nach wie vor andauernden hohen Wohnbautätigkeit und der rückläufigen Zuwanderung müssten sich die Immobilienpreise eigentlich in die gegenläufige Richtung entwickeln. Jedoch würden Preise für Wohneigentum meist erst mit einer gewissen Verzögerung auf neue Marktbedingungen reagieren, so die Zürcher Kantonalbank.

Für 2018 rechnen die Experten in ihrem gestern publizierten Immobilienbarometer deshalb mit einer Wende. So zeigt der Immobilienpreisindex für das letzte Quartal 2017 mit -0,4 Prozent erstmals seit 2016 leicht rückläufige Preise für Wohneigentum. Während die Preise vom Limmattal bis nach Winterthur um 1,6 Prozent gesunken sind, waren sie auch in den ländlichen Gebieten mit -0,4 Prozent leicht rückläufig. In der Region um den Zürichsee hat sich der Preisanstieg ebenfalls abgeschwächt. Er ist im 4. Quartal lediglich um 0,9 Prozent gewachsen.

Analysten rechnen mit steigenden Hypothekarzinsen

Für das kommende Jahr rechnen die Analysten mit leicht steigenden Hypothekarzinsen, noch weniger Zuwanderern und mehr Wohnungen auf dem Markt. Diese Faktoren drücken verzögert auf die Eigentumspreise. Ein weiterer Hinweis für die nun sinkenden Verkaufspreise sehen die Immobilienexperten in der Inseratsdauer für Wohneigentum auf der Online-Plattform homegate.ch. Dauerte es 2015 noch rund 75 Tage bis Eigentum verkauft war, waren es im vergangenen Jahr noch rund 50 Tage.

Die sinkende Vermarktungsdauer von Eigenheimen hat sich laut ZKB stabilisiert, was auf künftig sinkende Preise schliessen lässt. Das Überangebot auf dem Mietmarkt könne sich ebenfalls negativ auf die Eigentumsnachfrage auswirken und entsprechend zu sinkenden Preise führen.

Die hohe Zahl an Mietwohnungen in der Schweiz wie auch im Kanton Zürich hat bereits im Verlauf der letzten beiden Jahre begonnen, sich auf die Mietpreise auszuwirken. Deshalb rechnen die Immobilienexperten auch für das laufende Jahr weiterhin mit stetig sinkenden Mieten.