Ein kleines, grünliches Plättchen bildet den Grundstein für den Erfolg des Dietiker Unternehmens Duagon. Wer den Eingangsbereich des Firmenstandorts im Industriegebiet Silbern betritt, findet gleich mehrere davon in Vitrinen ausgestellt.

Es gibt diesen sogenannten MVB (Multifunction Vehicle Bus) in verschiedenen Varianten und mit unterschiedlichen Funktionen. Ihnen gemein ist aber, dass sie die Technologie in schienengebundenen Verkehrsmitteln revolutioniert haben.

Das erste grünliche Plättchen mit Namen D113, es kam im Jahr 1995 auf den Markt, ermöglicht es im Zug oder Tram, die Bedienung der Klimaanlage, der Türen und der Signalisation zentral und elektronisch – etwa vom Führerstand aus – zu steuern.

Mit einem Knopfdruck können damit also alle Türen auf einmal geschlossen werden. Mit den heutigen über 100 Zug-Kommunikations-Produkten kann von der Geschwindigkeit über die Signalisation beinahe alles elektronisch reguliert werden.

60 Mitarbeiter in der Silbern

Zwei ehemalige Angestellte der ABB, die im Bereich der Zugtechnologie tätig waren, gründeten Duagon im Jahr 1995, wie der heutige CEO Markus Dilger erklärt. «Damals war die Normierung der Elektronik in den Zügen das grosse Thema in Europa.» Ziel war es, dass nicht jedes einzelne Land seine eigenen Züge mit entsprechender Technologie hat, sondern dass Züge länderübergreifend verkehren können. «Das Potenzial für den Verkauf von Hard- und Software, die eine Kommunikation der verschiedenen Zugsubsysteme ermöglicht, war damals riesengross», so Dilger weiter.

Heute, knapp 20 Jahre später, beschäftigt Duagon rund 60 Mitarbeiter in den Bereichen Forschung, Entwicklung, Verkauf und Produktion an der Riedstrasse im Silbernquartier. In naher Zukunft werde der Umsatz die 20-Millionen-Franken-Grenze durchbrechen, prognostiziert Dilger.

Das Geheimnis für den Erfolg verortet er an unterschiedlichen Stellen. «Wir stellen alle Produkte hier in Dietikon her und testen sie auf Herz und Nieren», so der CEO. Die Qualität sei daher top. Auch stelle man viele Informationen über die Produkte auf der Website zur Verfügung. Darüber hinaus pflegt Duagon laut Dilger intensiven Kontakt mit den Kunden und berät sie im Umgang mit den Produkten.

Neben kleineren Zugherstellern finden sich auch mehrere Grossunternehmen im Kundenportfolio von Duagon. ABB und Bombardier kaufen hier ebenso ein wie Mitsubishi und Siemens. Dabei sind dies nicht nur die grössten Kunden, sondern auch Konkurrenten, wie Dilger ausführt. «Teilweise entwickeln Bombardier und Siemens ähnliche Systeme wie wir.»

Die Zukunft wird sicherer

Duagon ist international ausgerichtet, betreibt ein Büro im chinesischen Schanghai, wo zwei Mitarbeiter Marketing für die Dietiker Produkte machen. «Rund ein Drittel unseres Umsatzes erzielen wir in China, das zweite Drittel in Europa und das dritte in den restlichen Teilen der Welt», so Dilger.

Diese Ausrichtung nach China habe dem Unternehmen auch eine Nominierung für den Swiss Export Award eingebracht. Zwar hat es nicht für den ersten Platz gereicht, dass Duagon unter die letzten drei gekommen ist, macht Dilger jedoch stolz. «Der chinesische Markt hat noch immer das grösste Wachstumspotenzial. Wer dort Fuss fassen kann, der hat Aussichten auf Erfolg.»

Das Wachstum geschieht jedoch nicht nur in China. Auch in Dietikon wird Duagon grösser. Im hinteren Teil des Geschäftsgebäudes werden derzeit rund 500 Quadratmeter Fläche ausgebaut, die später für die Forschung und Entwicklung verwendet werden.

Wie die Technologien der Bahn-Elektronik den Verkehr langfristig verbessern wird, weiss Dilger genau. «Unser Hauptziel ist es, den Bahnverkehr sicherer zu machen. Mit unserer Elektronik werden mögliche Gefahren, wie das zu schnelle Einbiegen in eine Kurve minimiert. Die Technologie bremst den Zug ab, wenn er vom Gleis abzukommen droht. Mit einer verbesserten Signaltechnik könnten zudem mehr Züge an Bahnhöfen verkehren, was das Bahnfahren generell effizienter mache.