Die Oberengstringer Gemeindefinanzen hängen derzeit in besonderer Weise von drei Liegenschaften ab. Ursprünglich war geplant, die Liegenschaften 49 und 51 an der Zürcherstrasse sowie jene am Kirchweg 40 zu verkaufen, um damit den Kindergarten Risi zu finanzieren. Doch der Verkauf klappte noch nicht. «Die Verzögerung beim Landverkauf ist dadurch bedingt, dass ein bewilligtes Baugesuch vorliegen muss, damit das Land verkauft werden kann», erklärte nun der Oberengstringer Finanzvorsteher Jürg Bruppacher (CVP) am Montag der Gemeindeversammlung.

Dass das Baugesuch eben noch nicht bewilligt ist, ist auch an den Bauprofilen zu erkennen, die zum Beispiel bei der alten Liegenschaft Zürcherstrasse 49 stehen. Die bisher ausbleibende Baubewilligung hat laut Bruppacher damit zu tun, dass die Zürcherstrasse eine Kantonsstrasse ist. Darum kann sich der Kanton zum Baugesuch äussern – was offenbar etwas länger dauern kann. 2018 sollte es aber klappen.

Der Verkauf wurde aber nicht ins Budget 2018 aufgenommen, sondern wird die Rechnung 2018 sozusagen überraschend mit 3,268 Millionen Franken aufbessern.

Dafür schliesst die Rechnung 2017 um 3,268 Millionen Franken schlechter ab. Derzeit deutet alles auf ein Minus von 4,12 Millionen Franken hin. «Jetzt sieht das alles sehr schlimm aus, aber Sie können sich das so vorstellen, dass Sie den Monatslohn statt am Monatsende für einmal fünf Tage später erhalten. Am Schluss haben Sie gleich viel Geld zur Verfügung», sagte Bruppacher. Dieser Argumentation folgten die 83 anwesenden Stimmberechtigten. Sie hiessen das Budget 2018 diskussionslos und einstimmig gut. Ohne den Buchgewinn sieht das Budget ein Minus von 1,2 Millionen Franken vor. Ebenfalls diskussionslos, aber mit zwei Gegenstimmen und drei Enthaltungen, nahm die Versammlung zudem die neuen Grundsätze für die kommunale Gebührenerhebung an.

Die Tempo-30-Frage ist wieder da

Wegen einer vor der Versammlung gestellten Bürger-Anfrage nimmt der Gemeinderat zudem ein Gutachten, eine Kostenprognose und eine Absprache mit der Kantonspolizei in Angriff, um 2018 zu entscheiden, ob auf der Eggstrasse Tempo 30 eingeführt werden soll. 2012 erachtete ein Gutachten die Idee noch als nicht sinnvoll.

Zum Schluss bedankte sich Gemeindepräsident André Bender (SVP) bei Peter Menzi, der im April 1989 als Oberengstringer Gemeindeschreiber begann und Ende Jahr aufhört. Menzi hatte am Montag seine letzte Versammlung. Vom Gemeinderat erhielt er dominikanische Zigarren und zahlreiche lobende Worte. «Würde man einen Gemeindeschreiber modellieren, so würde ein Mensch entstehen, der Peter Menzi sehr ähnlich ist», sagte etwa Gemeindepräsident Bender. Von der Versammlung gab es grossen Applaus für Menzi.