Warum sind Sie an der (G)Artenvielfalt-Ausstellung mit dabei?

Ralf Faller: Ich finde es wichtig, dass wir uns intensiv mit der Natur beschäftigen. Diese müssen wir für unsere Kinder bewahren, indem wir auf invasive Neophyten verzichten und heimische Pflanzen bevorzugen. Unser Gartenraum ist ein Gemeinschaftsprojekt. Er soll unsere Kundschaft sensibilisieren und aufzeigen, was mit der Natur geschieht, wenn sie vernachlässigt wird.

Inwiefern?

Ein Teil unseres Gartenraums gleicht einer Müllhalde. Dieser Teil stellt die vernachlässigte Natur dar, die sowohl durch Müll als auch durch invasive Neophyten Schaden nimmt. An verschiedenen Orten im Garten sind Virtual-Reality-Brillen verteilt. Sobald sich die Besucher diese aufsetzen, sehen sie eine wunderschöne Grünanlage. Dieser virtuelle Garten soll zeigen, dass wir notwendigerweise sensibel mit unserer Natur umgehen müssen. Durchquert man unseren Gartenraum bis zum Ende, gelangt man in einen realen Garten, der mit einer Feuerschale und verschiedenen einheimischen Pflanzen zum Verweilen einlädt.

Wie bewerten Sie den heutigen Umgang mit invasiven Neophyten?

Ich finde es gut, dass der Verband Jardin Suisse dieses Schaufenster initiiert hat, um die Bevölkerung noch stärker mit diesem Thema zu konfrontieren. Auch dass immer mehr Gemeinden bei Neugestaltungen öfters auf einheimische Pflanzen setzen, ist lobenswert. Jedoch sollten auch Grossverteiler in die Verantwortung genommen werden. Es wirkt kontraproduktiv, wenn Gemeinden gegen invasive Neophyten werben und sie gleichzeitig beim Grosshändler zu Schleuderpreisen verkauft werden.

Hat sich die Gartengestaltung gegenüber früher verändert?

Ja, definitiv. Früher waren die invasive Neophyten überhaupt kein Thema. Wenn der Kunde beispielsweise einen Sichtschutz brauchte, pflanzte man einfach einen Kirschlorbeer. Heute weichen wir dieser Pflanze aus und versuchen, dem Kunden eine andere Variante schmackhaft zu machen. Jedoch ist eine heimische Alternative, wie etwa die Eibe, etwas kostspieliger und deshalb müssen wir oft einiges an Überzeugungskraft leisten.

Wie überzeugen Sie die Kunden von der Lavendelweide, die in Ihrem Gartenraum zu sehen ist?

Sie ist eine sehr unkomplizierte Pflanze und wächst sowohl auf trockenem, wie auch auf feuchtem Boden. Deshalb sieht man sie häufig neben Bachläufen. Die Lavendelweide bevorzugt vollen Sonnenschein, verträgt aber auch Halbschatten. Sie ist sommergrün, lässt sich problemlos zurückschneiden und kann in einer Reihe als Hecke gepflanzt werden. Von April bis Mai blüht sie mit weissen Blütenkätzchen, die von Bienen rege angeflogen werden.

Was gefällt Ihnen an der Lavendelweide besonders?

Mir gefallen ihre silbern schimmernden Blätter. Sie erinnern an ein Olivengewächs und verleihen ihr etwas südländisches.