Mit der Liebe seines Lebens zusammenziehen, eine Familie gründen und eine schöne Wohnung für das gemeinsame Leben beziehen: Ein Ziel, das viele Junge anstreben. Doch damit ist es nicht immer ganz so einfach. Bezahlbarer Wohnraum ist rar und wird knapp. Um dem entgegenzuwirken, entsteht in Birmensdorf dieser Tage die Wohnsiedlung «Sennhäuser», deren Spatenstich am vergangenen Montag erfolgte. Die «Sennhäuser» richten sich dabei spezifisch an junge Familien «in jeder Lebenslage». So schreibt es die Bauherrin Senn Development AG in ihrem Projektbeschrieb.

Konkret werden an der Studenmättelistrasse, rund 300 Meter vom Birmensdorfer Zentrum, 38 Wohneinheiten in vier Häuserreihen gebaut. Dabei entstehen jedoch keine Miet-, sondern Eigentumswohnungen, Lofts und Reiheneinfamilienhäuser. Die tiefsten Kaufpreise liegen bei 840'000 Franken für eine 3.5-Zimmerwohnung und steigen kontinuierlich bis auf 2.2 Millionen Franken für ein 7.5-Zimmer-Reiheneinfamilienhaus. Diese beherbergen dann sogar ein eigenes integriertes Studio, in dem zum Beispiel die Nanny untergebracht werden kann.

Mietwohnungen nicht rentabel

Richten sich die «Sennhäuser» also wirklich an Familien in jeder Lebenslage? Verkaufsleiterin Gaby Senn verneint, der Slogan sei nicht so gemeint. «Die ‹Sennhäuser› richten sich an verschiedene Familientypen.» Es sei klar, dass sich nicht jede Familie Wohneigentum leisten könne. Eine Familiensiedlung mit günstigen Mietwohnungen sei an diesem Standort jedoch nie zur Diskussion gestanden. «Aufgrund des Landpreises sind Mietwohnungen an diesem Standort für uns nicht rentabel.»

Trotz des vielen Geldes ist ein Grossteil der Wohnungen und Reihenhäuser bereits reserviert. Senn führt dies auf die gute Lage und die Ausgestaltung des Projekts zurück, die für den Ansturm auf die Wohneinheiten verantwortlich seien. «Wir rechnen damit, dass die letzten Wohnungen bald reserviert sein werden.» Hauptsächlich seien es dann auch Familien, die voraussichtlich in die «Sennhäuser» einziehen. «Wir haben aber auch viele Singles und ältere Menschen, welche sich für die Wohnungen interessieren.»

Kaum günstiger Wohnraum

Dass in Birmensdorf eine neue Wohnsiedlung entsteht, begrüsst der parteilose Birmensdorfer Planungs- und Bauvorstand Bruno Knecht. Neue Siedlungen würden die Gemeinde jeweils bereichern und beleben. Jedoch hätten solche Bauprojekte immer zwei Seiten. «Mit dem Zuzug vermögender Personen und Familien können die Steuereinnahmen erhöht werden.»

Aber es sei auch so, dass auch nicht vermögende Familien bezahlbaren Wohnraum brauchen würden. Und dieser sei in der Gemeinde trotz des grossen Einsatzes von Genossenschaften sehr rar. Hier müsse zwingend ein Mittelweg gefunden werden, sagt Knecht. «Dies müssen wir weiter vorantreiben, denn was den Bau von günstigen Wohnungen betrifft, besteht weiterhin hoher Handlungsbedarf.»