Mit einer Kundgebung auf dem Münsterplatz, einem Marsch durch die Zürcher Innenstadt und einem Gottesdienst demonstrierten die Lebensschützer gegen «das tödliche Geschäft der Abtreibung» und gegen die Fristenlösung. Ihrer Ansicht nach handelt es sich um einen «Fluch für das Schweizer Volk, der wieder abgewendet werden muss», wie es in einem Flyer heisst.

Die Abtreibungsgegner zogen mit weissen Kreuzen, Kindersärgen und einem überdimensionalen Kinderwagen über Bahnhofstrasse und Limmatquai. Zum «Marsch für s'Läbe» aufgerufen hatten 13 Organisationen. Unter den Teilnehmern waren auch Gruppen aus dem Ausland, beispielsweise aus Polen.

Ausschreitungen im letzten Jahr
Nachdem es im vergangenen Jahr zu Ausschreitungen gekommen war, weil Autonome die Veranstaltung störten, war die Polizei in diesem Jahr mit einem grossen Aufgebot vor Ort. Bis auf einzelne Scharmützel, bei denen die Polizei sofort hart durchgriff und etwa Pfefferspray einsetzte, blieb die Veranstaltung friedlich.

Die Gegendemonstranten beschränkten sich auf Lärmattacken: mit Hupen und Trillerpfeifen störten sie Kundgebung und Gottesdienst. In verschiedener Verkleidung setzten sie sich für das Recht auf Abtreibung ein.

Ein Verbot schaffe nicht Abtreibung aus der Welt, sondern verschiebe sie nur in die Illegalität, heisst es in einem Flugblatt. Die Initiative, die fordert, dass die Krankenkassen den Schwangerschaftsabbruch nicht mehr bezahlen, greife in ein Grundrecht ein und gefährde die Benachteiligten unserer Gesellschaft.

Die Zahl der Abtreibungen bleibt in der Schweiz seit 2004 konstant. Im Jahr 2011 haben rund 11'000 Frauen abgetrieben, wie aus den Zahlen des Bundesamts für Statistik hervorgeht. Rund 4 Prozent sind Frauen mit Wohnsitz im Ausland.