Die Brandgefahr aufgrund der aussergewöhnlichen Trockenheit ist seit Wochen gross. Nun ist es am Osthang des Üetlibergs zu einem Flächenbrand gekommen. Betroffen war ein zirka 100 mal 20 Meter grosses Waldstück oberhalb der Höcklerstrasse im Gebiet Zürich-Manegg.
Frühmorgens um 6.20 Uhr ging der Alarm gestern ein, wie Schutz und Rettung Zürich (SRZ) mitteilte. Rauch stieg auf. Die Feuerwehrleute trafen im steilen Gelände auf morsches Holz und trockenes Laub mit Glutnestern. Es dauerte Stunden, bis sie den Brand vollständig gelöscht und mögliche Brandherde weggeräumt hatten, wie SRZ-Sprecher Roland Portmann auf Anfrage sagte. Dabei kamen auch Motorsägen und Wärmebildkameras zum Einsatz. Verletzt wurde niemand.

Die Brandursache ist laut Stadtpolizei Zürich noch unklar. Auch zur Frage, ob menschliches Einwirken den Waldbrand verursacht habe, lasse sich noch nichts sagen. Fest steht: Der Brandort liegt in steilem, unwegsamem Gelände, wo Menschen normalerweise nicht unbedingt vorbeikommen. Bei Bikern ist die Gegend aufgrund des weiter oben am Hang gelegenen Biketrails Höckler allerdings beliebt.

Feuerverbot verschärft

Wegen der grossen Waldbrandgefahr gilt im Kanton Zürich seit 27. Juli ein Feuerverbot in Wäldern oder in Waldesnähe, also bis zu 200 Meter von Waldrändern entfernt. Nun hat der Kanton dieses Verbot verschärft, wie Wolfgang Bollack, Sprecher der Baudirektion, auf Anfrage sagte: Verboten ist ab sofort im Wald oder in Waldesnähe auch die Verwendung von Gas- und Elektrogrills. Dies habe der Fachstab Trockenheit der kantonalen Führungsorganisation am vergangenen Freitag entschieden.

«Wichtig ist, dass sich die Leute ihrer Verantwortung bewusst sind», erklärt Bollack. Zwar sei nicht anzunehmen, dass Leute mit dem Elektrogrill in den Wald gingen. Doch auch beim Gebrauch von Elektrogrills könne heisses Fett heruntertropfen und sich entflammen. Das strikte Verbot solle zeigen: «Es herrscht weiterhin grosses Brandrisiko. Und niemand will einen Waldbrand auslösen.»

Fürs Durchsetzen des aktuellen Feuer- und Grillverbots im Wald oder in Waldesnähe ist die Polizei zuständig. «Wir führen Kontrollen durch. Das Verbot wird weitgehend eingehalten», sagt Kantonspolizeisprecher Stefan Oberlin. Seit Beginn des Feuerverbots Ende Juli seien im Kanton Zürich 65 Personen angezeigt worden, weil sie sich nicht daran hielten. Ihnen drohen Bussen. Typische Anzeigesituationen laut Oberlin: Der Nachbar grillierte trotz Verbot. Oder Leute zündeten an einer Feuerstelle am Waldrand ein Feuer an. In Dietikon musste eine Person 100 Franken Busse zahlen, weil sie eine brennende Zigarette aus dem Auto warf.
«Das Feuerwerksverbot hat sich seit dem 1. August erledigt», sagt Oberlin. Was aber nicht heisst, dass Feuerwerk jetzt gezündet werden darf: Dies ist ohnehin nur am 1. August und an Silvester erlaubt.

Manche Gemeinden sind strenger

Zudem ist das vom Kanton verhängte Feuerverbot für die Gemeinden nur eine Minimalvorgabe. Das heisst: Sie können auch strengere Vorschriften erlassen. Und das tun manche. So gilt etwa in Dietikon und Schlieren seit dem 27. Juli das Feuerverbot nicht nur in den Wäldern und an den Waldrändern, sondern auf dem ganzen Stadtgebiet. «Bereits kleine Funkenwürfe könnten Brände entfachen», warnt die Stadt Dietikon.

Auch in Winterthur herrscht auf dem gesamten Stadtgebiet Feuerverbot. Ebenso hält es Uster, wobei die Regierung der drittgrössten Stadt im Kanton präzisiert: «Der Beschluss gilt ausdrücklich auch für eingerichtete Feuerstellen auf öffentlichem Grund sowie Grillgeräte oder Cheminées in Gärten oder auf Balkonen.» Grosszügiger gibt sich die Kantonshauptstadt. Zwar weitete auch sie das vom Kanton erlassene Feuerverbot von Wald- oder Waldrandgebieten aufs gesamte Zürcher Stadtgebiet aus. Doch der Stadtrat räumte ein: «Erlaubt bleibt das Grillieren in festen Vorrichtungen, die allerdings beaufsichtigt werden müssen.»
Ob weggeworfene Zigarette, Funkenflug, ein unerlaubtes Grillfeuer oder sonst was: Was zum Brand am Üetliberghang führte, versucht die Polizei derzeit herauszufinden.

Aktuelle Polizeibilder vom August: