Es waren keine geistlichen Würdenträger, die am Sonntag in der katholischen Kirche Birmensdorf ihre Botschaft verkündeten, sondern rund 30 Damen: Der Frauenchor Birmensdorf lud am späten Nachmittag zum Konzert ein, das unter dem Motto «Ich wünsche dir» stand. Es war der jährliche Hauptanlass des Chors, der im vergangenen Jahr sein 70-jähriges Bestehen feierte. Das Publikum erschien zahlreich und die Kirche war gut gefüllt, als die Sängerinnen den Saal betraten. 

Jährlich wechselt der Chor zwischen einem Unterhaltungskonzert, das im Gemeindezentrum Brüelmatt stattfindet, und einem Konzert mit klassischen und besinnlichen Werken, das in der Kirche stattfindet, ab. «Es zeichnet unseren Chor aus, das wir gerne ein vielfältiges Repertoire pflegen», sagte Maja Rajgl, die Präsidentin des Frauenchors. 

Vertrauen, Frieden und Segen

Das Konzert wurde nach den Themen Vertrauen, Frieden und Segen gegliedert. Der Chor begann mit dem Lied «Kumbayah», einem Evergreen des religiösen Liedguts. Anschliessend begrüsste Rajgl das Publikum und zeigte sich erfreut ob der vielen Leute, die den Weg in die Kirche gefunden hatten. Sie wies darauf hin, dass auch in diesem Jahr ein kleines Jubiläum gefeiert wird: Für die Dirigentin Marie-Louise Wipf-Staubli war es das zehnte Konzert mit dem Birmensdorfer Chor. 

Die insgesamt 14 Lieder, darunter «Verleih uns Frieden» von Felix Mendelssohn oder «The Lord Bless You And Keep You» von John Rutter, wurden auf sanfte Weise vorgetragen und das Publikum lauschte andächtig. Rajgl legte zudem Wert darauf, von den Komponierenden, statt den Komponisten zu sprechen. «Wir haben mit Mary Lightfood schliesslich auch ein Werk einer Komponistin dabei.» Sie hielt weiter fest, dass die Mehrheit der Urherberinnen und Urheber, deren Lieder gesungen wurden, noch am Leben sind. Unter Ihnen auch der Berner Sänger Peter Reber, dessen Lied «I wünsche dir» die Inspiration für das Konzert war.

«Für die Liedauswahl war Marie-Louise Wipf-Staubli gemeinsam mit der Musikkommission des Chors verantwortlich», so Rajgl. Eine Komposition, die besonders herausstach, war «Sim Shalom» von Will Lopes. Das «Gebet für den Frieden» wurde vom Frauenchor als Zugabe nochmals vorgetragen. Unterstützung erhielten die Damen von den Schwestern Mirjam und Lea Bossart an Klavier, Flöte und Oboe. Beide Musikerinnen erhielten zudem die Möglichkeit, als Solistinnen ein Lied zu spielen. Nach einer guten Stunde erklang der letzte Ton an diesem Konzert und alle Künstlerinnen ernteten herzlichen Applaus. 

«Fast ein bisschen neidisch» 

Nach dem Konzert, für das mit einer Kollekte gearbeitet wurde, wartete noch ein Apéro im Foyer der Kirche, der von Helferinnen des Vereins ausgerichtet wurde. «Wir sind fast ein bisschen neidisch», ertönte es aus einer Gruppe von Frauen, die sich als Sängerinnen des Frauenchors Schlieren zu erkennen gaben. «Wir sind begeistert von der Zusammenstellung der Lieder und den Stimmen», sagte Tilly Baer im Namen ihrer anwesenden Kolleginnen des Schlieremer Chors.

Es war ein erfolgreiches Konzert für den Frauenchor Birmensdorf, der mit seinen Sängerinnen derzeit gut aufgestellt sei, sagte Rajgl. Die Präsidentin äusserte dennoch einen Wunsch: «Neue Sängerinnen, besonders auch jüngere, sind bei uns sehr willkommen.»