Der 74-Jährige habe kurz nach 14 Uhr seine Wohnung unbewaffnet und auf einen Rollator gestützt verlassen, berichtete eine sda-Mitarbeiterin vor Ort. Ein Verhandler der Polizei habe es geschafft, ein Gespräch mit dem dementen Mann zu führen und ihn zum Aufgeben zu bewegen. Der Rentner wird nun medizinisch betreut.

Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort, hielt sich aber zurück. Es habe kein Zeitlimit gegeben, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage. Das Ziel sei immer gewesen, eine friedliche Lösung zu finden, um den Mann unverletzt aus der Wohnung zu bringen.

Ein Zugriff wäre nicht verhältnismässig gewesen, sagte der Sprecher weiter. Versucht wurde stattdessen, mit dem Mann ins Gespräch zu kommen und ihn zum Aufgeben zu bewegen. Die Polizei wusste, dass der Mann dement und gebrechlich ist. Es gab während dieser 29 Stunden verschiedene Gespräche mit dem Mann. Der Verhandler musste aber immer wieder warten, bis der verwirrte Mann "einen hellen Moment" hatte.

Person bedroht und sich verschanzt

Der Mann hatte sich am Donnerstag kurz nach 9 Uhr allein in seiner Wohnung verschanzt. Davor hatte er eine Person verbal bedroht. Auf ihn aufmerksam wurde die Polizei durch einen Anruf. Sie rückte daraufhin mit einem Grossaufgebot aus - darunter auch die Einsatzgruppe "Diamant".

Die Polizei umstellte das Gebäude und sperrte das Gebiet weiträumig ab. Die Sperrung wurde erst gegen 16 Uhr grösstenteils wieder aufgehoben und der ÖV, der ebenfalls von der Sperre betroffen war, konnte wieder normal verkehren.

Am Donnerstagabend gab der Mann einen Schuss ab. Verletzt wurde dabei aber niemand. Es wird vermutet, dass sich der Schuss versehentlich löste. Abgesehen davon blieb es sowohl in der Nacht als auch am Freitagvormittag rund um den Einsatzort ruhig.

Polizeieinsatz in Uster

Polizeieinsatz in Uster

Die Nachrichtenagentur sda hat die Szenerie im Herracherquartier in einem Video festgehalten.

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