Christoph Mörgelis Anwalt Manfred Küng deckt gar die Schweizer Medienlandschaft mit Gegendarstellungsbegehren ein. Der Grund: Sein Mandant sei weder entlassen noch freigestellt. Und dies, obwohl Uni-Rektor Andreas Fischer am letzten Freitag vor den Medien genau dies angekündigt hatte. Das löst Verwirrung aus.

Beat Müller, Mediensprecher der Universität Zürich, erklärt auf Anfrage der «Nordwestschweiz», dass Christoph Mörgeli tatsächlich noch nicht gekündigt worden ist. Es müsse ihm erst rechtliches Gehör geschenkt werden. Im Schreiben an Mörgelis Anwalt Küng – das der «Nordwestschweiz» vorliegt – schreibt die Uni: «Sie erhalten Gelegenheit, uns bis Mittwoch, 26. September 2012, Ihre Stellungnahmen zur beabsichtigten Kündigung, zur beabsichtigten vorsorglichen Einstellung im Amt sowie zum Beurteilungsbericht von Prof. Dr. F. Condrau schriftlich zukommen zu lassen.»

Die Stellungnahme betreffend Wahrung des rechtlichen Gehörs werde noch am Mittwoch auf die Post gebracht, erklärte Manfred Küng gestern Morgen gegenüber der «Nordwestschweiz». Sie müsste heute oder morgen Freitag bei der Universität eintreffen. Erst dann kann diese vollziehen, was sie angekündigt hat. Wie schnell die Universität handeln wird, ist offen. Müller erklärt, dass nach Eingang des Schreibens erst «die weiteren Schritte eingeleitet» würden. Ist dies geschehen, wolle die Universität darüber informieren.

Auch Anwalt Küng glaubt, dass die Universität gut daran tut, nicht überstürzt zu handeln. Er verlangt von ihr die «erforderlichen Beweiserhebungen» zu machen, bevor sie Mörgeli kündigt. Ein Disziplinarverfahren gegen Condrau könne laut Küng Gewissheit schaffen, ob nicht dieser der Urheber der Indiskretionen ist, welche die Leistungsbeurteilung von Mörgeli durch die Universität publik werden liessen. Dies hatte schliesslich zur Eskalation und dann zur Ankündigung von Entlassung und Freistellung durch Rektor Fischer geführt.