Vier Kandidaten, ein Ziel: Ran an den Speck! Sie kämpfen um weniger Pfunde und mehr Fitness. Als prominenter Teilnehmer mit dabei ist auch der Baselbieter Sportminister Urs Wüthrich. Lesen Sie sich fit.

Urs Wüthrich hat sich auf das «bz-Diät-Duell» vorbereitet. Ganz gewissenhaft. Geradezu professionell. Stolz präsentiert der Baselbieter Sportdirektor seine Spezial-Uhr. Schon vor Wochen hat ihn Sportamtleiter Thomas Beugger damit ausgerüstet. Die Bewegungs-Zeitmess-Uhr wirkt wie ein persönlicher Bewegungscoach. Sie zeigt dem Träger an, wie viele Minuten er sich am Tag bewegt und wie viele Kalorien er dabei verbrannt hat. «Ich muss allerdings erst einmal die Bedienungsanleitung genau studieren», gesteht Wüthrich schmunzelnd.

Das Diät-Duell: ein Sportminister, zwei Leserinnen, ein bz-Redaktor. Ihnen allen geht's nun an den Speck. Die vier wollen es wissen und kämpfen im grossen bz-Diät-Duell um ihr Wohlfühlgewicht. Jeder auf seine Weise. Vier Monate lang werden sie um weniger Pfunde und mehr Fitness ringen. Dabei werden nicht nur die vier Kandidaten, dabei können auch die Leserinnen und Leser viel Wissenswertes und Unterhaltendes zum Thema erfahren.

Die Motivation: «Es gibt keine Zufälle», ist Regierungsrat Wüthrich überzeugt. So sei es kein Zufall, dass die «Sonntag bz» gerade ihn für das Diät-Duell angefragt hat. «Ich sehe dies als Denkanstoss, um aus dem Alltagstrott auszubrechen.» Auch seine Familie sei ein wichtiger Grund für die Teilnahme: «Sie fordert mit Nachdruck, dass ich etwas unternehme», sagt Wüthrich. «Ältere Kleidungsstücke oder Fotos zeigen die Entwicklung der letzten Jahre und den Handlungsbedarf auf.» Daneben sollte er als Sportminister auch eine Vorbildfunktion übernehmen: «Ich will aufzeigen, dass man sich auch in einem anspruchsvollen Beruf mit vielen Terminen und Apéros fit halten kann.»

Der Plan: Hauptproblem sei, sich Nischen für sportliche Aktivitäten zu sichern. Bisher habe er diese schlicht zu wenig konkret, zu wenig verbindlich eingeplant. «Ich muss mein Pflichtpensum für jede Woche klar definieren», ist sich Wüthrich bewusst. «Schaffe ich es unter der Woche nicht, muss ich am Wochenende alles nachholen.» Ziel sei eine grössere Regelmässigkeit. «Das Problem ist jeweils der erste Schritt», sagt Wüthrich. «Es gilt, beim Heimkommen in Trainer und Sportschuhe zu schlüpfen, statt in die Hausschuhe.» Sei dies erst getan, sei das Schwerste geschafft.

Plan B: Schon heute meidet Wüthrich Lift und Rolltreppe. Für das Diät-Duell will er vermehrt mit dem Hund spazieren und Fahrrad fahren. Dabei will er auch spielerisch vorgehen: «Steht im Keller ein TV, steigt die Chance, dass ich mich dort auch auf den Hometrainer setze.» Auch auf die Ernährung will Wüthrich besser achten. So habe ihm sein Arzt vor drei Jahren die Rohner-Diät vorgestellt. Dabei gelte es, sich ausgeglichen und mit Mass zu ernähren. «Von Fasten oder Radikal-Diäten dagegen halte ich nichts.» An Anlässen aber will er sich auf Gemüse-Dips statt Schinkengipfeli konzentrieren.

Das Ziel: «Ich will nicht den New-York-Marathon gewinnen», stellt Wüthrich klar. Wichtigstes Ziel sei die Langzeitwirkung. Wüthrich will in den nächsten Jahren eine Bergwanderung unternehmen oder eine längere Strecke joggen können, «ohne dabei ausser Atem zu geraten». Auch Blutdruck, Ruhepuls oder Blutzucker sollen in einem Bereich liegen, so dass er sich wohl fühle. Wüthrich: «Natürlich ist auch das Gewicht ein Thema.» Dieses liegt heute bei rund 94 Kilo. 15 Kilo sollen weg. «Das Gewicht sollte eigentlich nicht über 80 Kilo sein», sagt Wüthrich. «Dieses Ziel will ich langfristig erreichen und stabilisieren.» Denn: «Schliesslich will ich nicht jedes Jahr neue Kleider kaufen müssen.»

Philosophischer Hintergrund: Für Regierungsrat Wüthrich soll der Prozess kein Martyrium sein. «Auch auf dem Weg zum Ziel soll es mir wohl sein.» So erhofft er sich einen doppelten Gewinn an Lebensqualität: Durch mehr Bewegung und gesündere Ernährung will er sich fitter fühlen und gesünder werden. Dabei soll aber auch die Bewegung selber Spass machen. So könne man den Spaziergang mit dem Hund selber auch geniessen und dabei beispielsweise den Kopf lüften. Und ganz wichtig: «Kleine Sünden müssen erlaubt sein. Ich will mich nicht total fesseln», betont Wüthrich. Er müsse sich selber Ausnahmen gewähren können, sonst sei das Risiko, aus Frust zu scheitern, viel grösser. «Man sollte beim Gesundwerden nicht so leiden, dass man deswegen krank wird.»