Der Name ist bei der Automesse in Los Angeles eindeutig grösser als die Messe selbst. Trotzem, oder eben gerade deswegen, ist die Motorshow in Kalifornien eine prestigeträchtige Bühne für die Hersteller, wer sich hier gut verkauft, pflegt sein Marken Image. Und genau das dürfte in Zukunft immer wichtiger werden. Wer langfristigen Erfolg will, braucht ein starkes Image und Produkte, die sich nicht nur aufgrund ihrer Technik verkaufen, sondern vor allem, weil sie das Herz der Käufer ansprechen.

Das geschieht über zwei Wege. Einerseits soll das Konzept SUV Fahrspass, Abenteuerlust und Freiheit versprechen, andererseits bemüht man sich immer mehr um faszinierendes Design. Dass sich SUVs grosser Beliebtheit erfreuen, beweist bei Mazda der CX­5. Der mittelgrosse Japaner ist hierzulande und auch in Europa locker das meistverkaufte Modell; jeder vierte Mazda ist ein CX­5, in den letzten vier Jahren verkauften die Asiaten gut  1,5 Millionen Stück.

Ausruhen darf man sich darauf freilich nicht; im Gegenteil. Es ist an der Zeit nachzulegen. «Ein hässliches Auto ist schwer zu verkaufen», weiss man bei Mazda, auch wenn schon der bisherige CX­5 mit stimmiger Optik aufwarten konnte. Für die neue Generation, die im Juni 2017 an den Start geht, stand dennoch das Design zuoberst im Pflichtenheft. Auch der CX­5 soll im schwungvollen und selbstbewussten Design der restlichen Mazda­Familie auftreten; Kodo­Design nennen die Mazda­Designer ihre Kreation, die schon bei den Limousinen, Kombis und Kompakt­SUVs für einen passenden Auftritt sorgt. So bekommt der CX­5 einen deutlich prägnanteren Kühlergrill, passend integrierte Leuchten und ausgeprägte Radhäuser, die den optischen Schwerpunkt nach unten holen. Die Designer empfehlen übrigens die neu geschaffene rote Lackierung. Sie wird nicht auf eine weisse, sondern auf eine schwarze Grundierung aufgetragen, was für mehr Kontrast sorgt und die neue Form noch besser hervorhebt. Im Interieur soll der Fahrer im Zentrum stehen, was Mazda vor allem mit wertigen Materialien zeigen will. Bei den Antrieben bleibt vorerst alles beim Alten; zwei Benziner mit 2,0 oder 2,5 Liter Hubraum und 165 oder 192 PS, Diesel mit 2,2 Liter Hubraum und 150 oder  175 PS. Allradantrieb und Automatikgetriebe sind auf Wunsch verfügbar. Die Preise sind noch nicht bekannt, dürften aber im Bereich des Vorgängers, ab  26 200 Franken, liegen.

SUV ist auch bei Jaguar das grosse Thema; nachdem die Briten dieses Jahr mit dem F­Pace den Einstieg in dieses Segment erfolgreich gewagt haben, folgt nun ein Ausblick auf den nächsten Schritt: der i­Pace. Mit 23­Zoll­Rädern und seiner muskulösen Linienführung setzt er die viel gelobte Designsprache der Briten konsequent fort. «Ich glaube, dass wir in den nächsten fünf Jahren in der Automobilwelt mehr Veränderungen erleben werden als in den letzten drei Jahrzehnten», meint Chef­Ingenieur Nick Rogers. Deswegen setzt Jaguar bei der Studie i­Pace auf reinen Elektroantrieb; dank einer 90­kWhBatterie will der 400 PS starke Brite bis zu 500 Kilometer Reichweite erzielen. Auf den Markt kommen und gegen Teslas Model X antreten dürfte die Serienversion allerdings nicht vor 2018.

Schon früher könnten wir dem neuen Alfa Romeo Stelvio auf der Strasse begegnen, auch wenn man aus Italien noch keinen definitiven Termin zum Marktstart erfährt. Mit dem Stelvio setzt Alfa Romeo sein neues Aufleben nach der Giulia fort und ebenfalls auf die Karte SUV. An der Messe in Los Angeles hat der Stelvio seinen ersten Auftritt in der sportlichen «Quadrifoglio verde»­Variante. Er teilt sich viel Technik mit der Giulia und bekommt somit auch den 2,9­Liter­Biturbomotor mit 510 PS. So soll das SUV in nur 3,9 Sekunden auf 100 km/h spurten. Der Einsatz auf der Strasse stand bei der Entwicklung klar im Vordergrund; allzu heftige Abstecher ins Gelände verbieten sich schon aufgrund der geringen Bodenfreiheit. Ein 2-­Liter-­Motor mit 280 PS ist ebenfalls geplant; Dieselmotoren dürften später folgen. Zu welchem Preis? Auch der ist noch geheim.

Strom und Benzin
Schwierig sind die Auftritte in den USA derzeit. Der Stand fällt eher bescheiden aus – und ein E-­Mobil am Stand zu haben, scheint schon fast eine Pflicht zu sein. Deshalb zeigt VW in Los Angeles den aufgefrischten E-­Golf. Er punktet nebst leicht überarbeitetem Design und neuem Infotainment vor allem mit verbesserter Reichweite; die Batterie wuchs von 24,2 auf 35,8 kWh. Das steigert die Reichweite auf 300 Kilometer nach Norm. Im Jahresmittel unter realen Bedingungen verspricht VW 200 Kilometer. Zudem stieg die Leistung um 19 auf 134 PS. Marktstart wird im Frühling 2017 sein; die Preise stehen noch nicht fest. Ebenfalls dann wird der neue VW Atlas auf den Markt kommen, der ebenfalls in L.A. seine Weltpremiere feierte. In Europa wird das siebensitzige SUV allerdings nicht zu haben sein. «Der grösste und kräftigste SUV, den wir je in den USA gebaut haben», wie es Hinrich J. Woebcken, CEO Volkswagen USA, formuliert hat, ist vor allem für ebendiesen Markt gedacht. Als Antrieb gibt es lediglich einen Sechszylinder­-Benziner, keinen Diesel. Auch das vielleicht ein Zeichen, wohin die Zukunft führen wird.