Moment mal. War es nicht eben noch so, dass sich berufstätige Frauen verteidigen mussten, wenn sie ihre Kinder tagsüber betreuen lassen? Wenn man Birgit Kelle zuhört, dann ist genau das Gegenteil der Fall.

«Es wird ein Krieg gegen die Mutterschaft geführt», ist sie überzeugt, selbst vierfache Mutter. Genau dieses Muttersein sei eine unglaubliche Erfüllung für sie. Doch in dieser Rolle fühlt sie sich offenbar in die Enge getrieben. «Hab ich denn als Mutter weniger Recht, glücklich zu werden als eine berufstätige Frau?», fragt sie in der Sendung «TalkTäglich» Moderator Markus Gilli. 

«Aus dem Kreisssaal direkt in die Vorstandsetage»

Die deutsche Journalistin hat ein Buch mit dem Titel «Mutterschaft – Eine Ansage» geschrieben und war in der Sendung zu Gast, um ihre Sicht der Dinge darzulegen. Nämlich, «dass man mir von aussen, von der Gesellschaft, meinen Zeitrahmen, in dem ich Mutter sein darf, Stück für Stück zusammenpresst.»

Konkret greift sie die Feministinnen an, wie sie sagt. «Aus feministischer Sicht wäre es am besten, wenn ich aus dem Kreisssaal direkt wieder in die Vorstandsetage wechsle – dann gelte ich als emanzipiert.» Birgit Kelle fragt sich dann: «Was ist emanzipiert daran, wenn ich als Frau jetzt das Leben eines Mannes führen darf?»

Birgit Kelle in der Sendung «TalkTäglich» – sehen Sie hier die Sendung in voller Länge.

Birgit Kelle hat folgedessen auch zu Themen wie Leihmutterschaft und Abtreibung eine dezidierte Meinung. Die konvertierte Katholikin stellt sich klar gegen das Recht auf Abtreibung. Und: «Für mich ist Leihmutterschaft nichts anderes als eine neue Form von Menschenhandel.» (smo)