Martin Horat (73), bekannt als der Mann dem Ameisen, Pilze und Bäume als Vorlagen für Wettervorhersagen dienen, tritt bei seiner Suche nach einem veritablen Nachfolger in ein Fettnäpfchen: «Es eignet sich jeder intelligente Mann zum Wetterschmöcker. Einzig Frauen fehlt der Instinkt dazu.» Dafür hätten sie andere Talente, sagte Horat anfangs Woche im Interview mit «Blick». Mit seiner persönlichen Meinung erntet der Muotathaler in den sozialen Netzwerken heftige Kritik, es wird ihm mangelnde Sensibilität und Sexismus vorgeworfen.

Auch Nadine Brändli von Terre des Femmes Schweiz, der Menschenrechtsorganisation Organisation welche sich für die Gleichstellung der Geschlechter einsetzt, hat Horats diskriminierende Aussage mitbekommen und ist entsetzt: «Schmöckt denn Herr Horat das Wetter mit dem Penis?», so Brändli gegenüber dieser Zeitung. «Vielleicht meint der Herr, Frauen wären stattdessen intelligent im Kopf. Dann muss ich ihm aber sagen, dass es schon auch Männer mit Köpfchen gibt.»

Wetterprophet Martin Horat auf dem Ameisenhaufen

Wetterschmöcker im Ameisenhaufen: Martin Horat bei der Arbeit.

Seitenhieb gegen Schweizer Fernsehen

Auf Anfrage will Wetterschmöcker Martin Horat, der unter anderem in einer TV-Werbekampagne für Raclette und Fondue wirbt, nicht auf seinen Fehltritt eingehen. Auch gegen das Schweizer Fernsehen teilte der Experte aus und sagte, dass die Studierten von heute endlich das Klima von gestern lernen sollten. Dann könnte man Geld sparen. «Meine Prognosen sind so gut wie die von SRF-Mann Thomas Bucheli. Nur brauche ich keine teuren Satelliten!» Horat kennt laut eigenen Angaben die Wetterdaten bis zurück ins Mittelalter und zweifelt daher am Klimawandel. «Naturkatastrophen gab es schon immer. Wir erinnern uns nur nicht daran!» Laut SRF-Sprecher befindet sich Wetterexperte Thomas Bucheli (56) derzeit an einem internationalen Klimaforum und verzichtet auf eine Stellungnahme.