In den sozialen Netzwerken kann immer wieder über die Figur der Stars nach der Schwangerschaft gestaunt werden. Ob Model Heidi Klum (44), Sängerin Shakira (40) oder aktuell Model Alena Gerber (28), sie und viele mehr überraschten schon kurz nach der Geburt mit dem Vorher-nachher-Effekt ihres Babybauchs, bei dem man sich fragt, wie Wochen zuvor ein Leben dort heranwachsen konnte. Designerin Victoria Beckham (43) trug nach eigenen Angaben eine Woche nach der Geburt ihres vierten Kindes Grösse 34. «Vielen Müttern wird so ein Druck aufgesetzt, der absolut unnötig und lächerlich ist. 98% von uns haben einen anderen Körper als vor der Geburt, und das ist normal und auch schön», sagt TV-Moderatorin und Dreifach-Mami Andrea Jansen (37). «Mütter vergessen das aber und fragen sich, weshalb sie nicht hinkriegen, was bei anderen ja offensichtlich möglich ist, und fühlen sich ungenügend.»

Andrea Jansen ärgert sich

Der Grund, warum sich Unternehmerin und Bloggerin Jansen zu Wort meldet, ist ein aktueller Post von Model und Fünffach-Mutter Sandy Meyer-Wölden (34). Auf Facebook und Instagram präsentierte sie sich nur kurz nach der Geburt ihrer Zwillinge mit einem flachen und total trainierten Bauch. Und schrieb dazu Schlagwörter wie «Disziplin», «fitte Mutter» oder «Fünffach-Mutter». Der Post sorgte in den sozialen Medien bei vielen Müttern für schlechte Laune, denn scheinbar haben Stars nach einer Geburt nicht mit Extrapfunden zu kämpfen, so die Kommentare. Andrea Jansen ärgert sich über die direkte Botschaft: «Schaut mal, wie diszipliniert ich bin, schaut mal, wie toll ich aussehe, überhaupt nicht wie eine fünffache Mutter.» «Die implizite Botschaft: Alle sollten so aussehen wollen oder müssen. Einen Bauch zu haben, dem man das Kinderhaben ansieht, ist hässlich. Die Suggestion, es müsse gleich nach dem Entbinden alles wieder so sein wie vorher, ist nicht nur irrsinnig, sondern erzeugt vor allem eines: Druck. Und davon haben Mütter nun wirklich schon genug.»

Die Angst vor den Kilos nach der Geburt kann bei Schwangeren gar zu Essstörungen führen, dies zeigt das Resultat einer aktuellen Studie des Institute of Child Health am University College London. Von mehr als 700 schwangeren Untersuchungsteilnehmerinnen gab jede vierte an, Angst vor einer Gewichtszunahme zu haben. Jede zehnte zeigte Zeichen einer Essstörung, hungerte, hatte Fressanfälle, erbrach sich absichtlich oder trieb sehr viel Sport. Jede 15. Schwangere galt als essgestört. Fazit der Forscher: Die Unzufriedenheit der Frauen hängt auch mit dem Bild der perfekten Schwangeren und Frischmutter zusammen. Runde Bäuchlein unter einer glamourösen Robe, gestreichelt von manikürten Händen. Stars sind nicht nur nach der Geburt wunderschön – sondern auch schon während der Schwangerschaft. Vom ersten Moment an sehen sich Frauen also einem Mix an Anforderungen gegenüber: Sie müssen sexy sein. Mütterlich. Schlank. Cool.

«Ob eine Frau kurz nach der Geburt ihr altes Gewicht hat. Das ist oft Zufall oder genetisch bedingt. Ich wiege auch wieder gleich viel wie vor der Geburt meiner dritten Tochter, beispielsweise, aber halt trotzdem mehr als vor dem ersten Kind», sagt Andrea Jansen. «Was mein Körper da geleistet hat, finde ich grossartig. Dass er jetzt nicht mehr so aussieht wie vor drei Schwangerschaften, ist aber eine logische Folge und eigentlich auch schön. Warum sollte man sich nach einem solchen Erlebnis nicht auch äusserlich verändern?»