Urs-Peter Inderbitzin

Zuerst sprach ihn das Bezirksgericht Muri im Januar 2009 vom Vorwurf der versuchten sexuellen Nötigung und der Vergewaltigung frei, büsste den jungen Mann aber wegen Drogendelikten mit 1000 Franken. Das Opfer, eine junge Frau, und die Aargauer Staatsanwaltschaft akzeptierten diesen Entscheid nicht und riefen das Obergericht an.

In zweiter Instanz wurde der Bauarbeiter daraufhin wegen Vergewaltigung, versuchter sexueller Nötigung und Drogendelikten zu einer Busse von 500 Franken sowie zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren verurteilt. Ein Jahr davon muss er absitzen, die Reststrafe wurde bedingt ausgesprochen. Ausserdem verpflichtete das Aargauer Obergericht den Bauarbeiter, dem Vergewaltigungsopfer ein Schmerzensgeld von 10 000 Franken zu bezahlen.

Keine willkürliche Beweiswürdigung

Das Bundesgericht hat diesen Entscheid nun vollumfänglich bestätigt. Der Verurteilte hatte in seiner Beschwerde argumentiert, es seien zu viele Ungereimtheiten vorhanden und es sei nicht bewiesen, dass er die Straftaten tatsächlich begangen habe.

Er müsse freigesprochen werden. Es sei insbesondere ein aussagepsychologisches Gutachten zur Glaubhaftigkeit der Aussagen des Vergewaltigungsopfers zu erstellen. Dafür besteht nach Meinung des Bundesgerichts keine Notwendigkeit. Dem Entscheid aus Lausanne ist zu entnehmen, dass das Aargauer Obergericht die Verurteilung Urteil korrekt begründet hat. Von einer willkürlichen Beweiswürdigung, wie vom Verurteilten mehrfach geltend gemacht, könne nicht die Rede sein.

Was war geschehen?

Der Vorfall hatte sich im Juni 2006 zugetragen. An diesem Tag trafen sich der Bauarbeiter und sein späteres Opfer am Bahnhof in Zug. Sie fuhren mit der Bahn gemeinsam nach Mühlau (AG). Auf dem Weg vom Bahnhof zum Wohnort der jungen Frau, die durch einen Wald bei Mühlau führte, überrumpelte der Bauarbeiter seine Bekannte und vergewaltigte sie.

Fünf Monate später kam es zu einem weiteren, sexuellen Übergriff auf dem Friedhof in luzernischen Eschenbach. Der Bauarbeiter rieb dabei seinen Körper an den Beinen der jungen Frau, öffnete seine Hose und ejakulierte in seine Hand. Anschliessend wollte er das Sperma seiner Bekannten in den Mundbereich schmieren, was ihm aber nicht gelang, weil ihm die Frau einen Fusstritt versetzte.