Angelo Zambelli

Auf der Homepage des FC Bassersdorf schildert Juniorentrainer Heinz Keller die Ereignisse des letzten Wochenendes in der Klingnauer Schützenmatt-Turnhalle aus seiner Sicht: «Unser Ziel war es, in den Halbfinal zu kommen. Dazu brauchten wir einen Sieg gegen die Döttinger, die mit einem Punkt Vorsprung vor uns lagen. Die Döttinger Mannschaft war schon in den Gruppenspielen durch grosse Aggressivität aufgefallen.» Keller forderte von seinen Junioren, sich im Spiel nicht provozieren zu lassen. Dem Bassersdorfer Trainer fiel jedoch auf, dass die Döttinger während des Spiels, das schliesslich 2:1 zugunsten der Bassersdorfer ausging, mehr nach dem Gegner traten als nach dem Ball.

Nach dem Schlusspfiff eskalierte die Lage vollends. Keller schildert die Situation so: «Wir wurden vom Gegner nicht beglückwünscht, sondern körperlich angegangen. Das war schon schlimm genug. Doch plötzlich stürmten Fans auf das Spielfeld. Einige meiner Spieler erhielten Schläge, einer sogar einen Faustschlag ans linke Auge. Mit Mühe konnten wir uns befreien und in die Garderobe flüchten.»

Für sein Team und auch für ihn sei klar gewesen, dass sie das Turnier unter diesen Umständen nicht fortsetzen wollten und auf das Halbfinalspiel verzichteten, zumal immer noch sehr viele Döttinger Fans in den Gängen herumlungerten. Heinz Keller: «Zu unserem Schutz und damit wir heimreisen konnten, musste die Polizei gerufen werden.» Diese erschien denn auch mit einem 4 Mann starken Aufgebot in der Turnhalle.

Ausschluss von Döttinger Teams

Roger Meier, Präsident des FC Klingnau, zieht als Konsequenz der Ausschreitungen in Betracht, künftig keine Döttinger Junioren-Mannschaften mehr ans Hallenturnier einzuladen. Spiko-Präsident Bruno Rigo vom FC Döttingen kündigte gegenüber der Aargauer Zeitung an, dass die Vorfälle intern untersucht und fehlbare Spieler suspendiert werden. Der FC Döttingen toleriere keine Unsportlichkeiten und unternehme alles, um Ausschreitungen zu verhindern, sagt Rigo. Es sei durchaus möglich, dass Spieler vom Spielbetrieb ausgeschlossen würden, deren Kollegen am oder auf dem Spielfeld negativ auffallen würden.

Rigo weist aber auch darauf hin, dass auf dem Spielfeld in erster Linie der Schiedsrichter für die Einhaltung von Regeln und Anstand verantwortlich sei und dass neben dem Spielfeld der Veranstalter für Ruhe und Ordnung zu sorgen habe.