Mirjam Arnold

Dass die Aktion gerade jetzt stattfindet, sei an sich nicht so geplant gewesen. «Der Zeitpunkt wurde uns von der Allgemeinen Plakatgesellschaft mehr oder weniger vorgegeben», erklärt Kontaktstellen-Leiterin Barbara Wyss. Dieser sei aber auch nicht das einzige Kriterium - «Wichtig ist vor allem, dass wir Präsenz zeigen und auf bestehende Gruppe aufmerksam machen können.»

Die Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen Solothurn besteht seit etwa 15 Jahren. «Diese Bewegung war ein Ausläufer der in den USA der 70er Jahre angefangenen Bewegung», so Wyss, und weiter: «Dass sich Selbsthilfegruppen etablieren konnten, lag in der Erkenntnis, dass Betroffene sich gegenseitig besser unterstützen können, weil sie eben mit der Situation vertraut sind.» Die Anfänge der Kontaktstelle habe ehrenamtlich durch den gemeinnützigen Frauenverein stattgefunden.

Gegenseitige Unterstützung

Auf den etwa 150 aufgehängten Plakaten werden einige der rund 80 bestehenden Selbsthilfegruppen im Kanton aufgelistet. Nebst Depressionen und sexuellem Missbrauch wird auch auf weniger Bekannte wie Scheidungen und Trauer aufmerksam gemacht. Selbsthilfegruppen funktionieren nur, wenn sich genügend Betroffene finden können. Wenn sich Menschen mit ähnlichen Problemen gegenseitig unterstützen und sich austauschen können, so könne dies sehr viel bewirken, sagt Wyss.

Die Plakate werden in Bussen der Linien Grenchen, Olten und Solothurn, sowie bei den Postautos Bucheggberg-Solothurn und Thal-Gäu-Lebern aufgehängt. Dadurch sollen möglichst viele Menschen auf einmal angesprochen werden - unabhängig von der Gesellschaftsschicht. Barbara Wyss: «Nicht nur direkt Betroffenen helfen diese Gruppen, sondern können sich auch Angehörige melden.»

Dringend Mitglieder gesucht

Die Kosten für die Kampagne, welche ab dem Startzeitpunkt 28 Tage dauern wird, belaufen sich auf rund 4500 Franken. Diese wurden aus den Einnahmen des letztjährigen Oltner Stadtlaufs finanziert. Das übrige Geld werde vollumfänglich für weitere Öffentlichkeitsarbeit weiterverwendet.

Es sei wichtig, dass sich Betroffene finden. «Viele wissen, dass es Gruppen gibt, aber nicht, wo sie diese finden können», sagt Wyss. Vor allem die folgenden Selbsthilfegruppen suchen nach Anhängern: Angst/Panik, Chronische Schmerzen, Epilepsie, Angehörige von Depressiv-Patienten und von Menschen mit Essstörungen. Betroffene, Interessierte und solche, die eine noch nicht bestehende Gruppe gründen möchten, können sich bei der Kontaktstelle unter 062 296 93 91 melden, oder sich über die Homepage www.selbsthilfe-so.ch informieren.