Sandra ist frei - die Orang-Utan-Dame hat per Gerichtsbeschluss ähnliche Rechte wie ein Mensch. Und soll deshalb nicht länger in Gefangenschaft im Zoo von Buenos Aires leben müssen. Dies hat ein Gericht in Argentinien entschieden.

Die 1986 in einem deutschen Zoo geborene und 1994 nach Argentinien gebrachte 29-jährige Orang-Utan-Dame darf ihren Lebensabend in einem Schutzgebiet in Brasilien verbringen, falls keine Berufung gegen das Urteil eingelegt wird.

Die Argentinische Anwaltsvereinigung für Tierrechte (AFADA) hatte eine «Habeas Corpus»-Klage eingereicht, in der es hiess, Sandra müsse eine «ungerechtfertigte Gefangenschaft» erleiden. Zwar sei Sandra biologisch nicht identisch mit dem Menschen, aber emotional. Sie wäre in Freiheit glücklicher. Nach argentinischem Recht müsse der Orang-Utan mehr als eine Person denn als eine Sache angesehen werden.

US-Gericht: Keine Gleichberechtigung für Schimpansen

Erst Anfang Dezember waren Tierschützer vor einem US-Gericht mit dem Versuch gescheitert, Schimpansen dem Menschen in Teilen rechtlich gleichzustellen. Ein Gericht im Bundesstaat New York entschied jedoch, dass der Rechtsbegriff der Person nicht auf die Primaten angewendet werden könne.

Die Organisation The Nonhuman Rights Project wollte mit der Klage vor allem erreichen, dass ein nach ihrer Ansicht unter nicht artgerechten Bedingungen eingesperrter Schimpanse freigelassen werden sollte. Da Schimpansen dem Menschen in vielen Bereichen so ähnlich seien, müssten sie als juristische Personen anerkannt werden.