Vier Männern gelang am Donnerstagmorgen eine spektakuläre Flucht aus einem Berliner Gefängnis. Eine Überwachungskamera filmte die Aktion um 08:49 Uhr. Alarm wurde aber erst gegen 09:30 Uhr ausgelöst. In der Alarmzentrale des Gefängnisses, in der Aufnahmen von Dutzenden Kameras auf zahlreichen Bildschirmen zusammenlaufen, bemerkte niemand den Coup des Quartetts, wie verschiedene deutsche Medien berichten.

Am Morgen vor dem Ausbruch arbeiteten die vier Männer gemeinsam mit einem Dutzend weiteren Gefangenen in einer Autowerkstatt, die auf dem Gefängnisgelände liegt und an den Heizungsraum grenzt. Dort gelangten sie an einen schweren Hammer und ein Trennscheibe, mit denen sie in einem Heizungsraum zunächst den Betonmittelpfosten einer Lüftungsöffnung an der Aussenmauer zerschlugen. Dann zersägten sie die Stahlträger unter dem Beton. Schliesslich zwängten sie sich durch die enge Öffnung ins Freie und krochen unter dem Aussenzaun in die Freiheit.

Die Fahndung nach den geflohenen Gefangenen blieb auch am Freitagmorgen erfolglos. Die Ausbrecher sind zwischen 27 und 38 Jahre alt und sassen wegen Straftaten wie Diebstahl, räuberischer Erpressung und schwerer Körperverletzung in dem Gefängnis im Stadtteil Charlottenburg. Drei von ihnen sollten 2018 entlassen werden, der erste schon im März. Der vierte Mann hatte eine Haftstrafe bis Oktober 2020 zu verbüssen. (whr)