Schon vor zwei Jahren fand ein Nationalfondprojekt heraus, dass bei rund 50 Prozent der Schweizer Männer - untersucht wurden Rekruten - die Spermaqualität zu wünschen übrig lässt. Ein Zwischenbericht der WHO zeigt jetzt auf in welchen Kantonen die Spermien zu langsam, zu wenig und zu unbeweglich sind. Erschreckendes Ergebnis: Aargauer Sperma ist das zweitschlechteste im ganzen Land. Nur die Basler sind unfruchtbarer als die Aargauer. Freiburger Männer sind gemäss Studie, die der Tagesanzeiger auszugsweise präsentiert, die fruchtbarsten: Ihre Spermienkonzentration ist rund doppelt so hoch wie die der Aargauer.

Generell lässt sich feststellen, dass es «signifikante Unterschiede» zwischen den einzelnen Landesteilen gibt. West- und Zentralschweizer Sperma habe laut WHO-Bericht eine viel bessere Qualität als im Norden. Die Daten lassen den Schluss zu, dass die Anzahl der Spermien tiefer ist, je industrialisierter eine Gegend sei. Haben schwangere Frauen viel Kontakt mit Industriestoffen, wie z.B. Weichmachern in Kunststoffprodukten oder Farbstoffen, werde dadurch die Kapazität der Spermaproduktion der künftigen Söhne schon im Mutterleib geschmälert. Durch diesen häufigeren Kontakt mit solchen Stoffen lasse sich die geringe Fruchtbarkeit der Basler, Zürcher und Aargauer Männer erklären.

Geburtenrate hoch

Während die Aargauer Männer also versagen, retten die Frauen die Ehre des Kantons. Laut den neuesten Zahlen des Bundesamtes für Statistik liegt die Geburtenziffer im Kanton Aargau bei 1.54 Kindern pro Frau und damit im vorderen Drittel im Kantonsvergleich. Der Schweizer Schnitt liegt bei 1.48. Die Freiburger sind mit 1.61 Kindern pro Frau auch hier auf den vordersten Plätzen anzutreffen, aber andere Kantone die im Sperma-Vergleich weit vor dem Aargau lagen, fallen hinsichtlich der Geburtenziffer hinter den Aargau zurück: Beispielsweise Bern, Genf und Zürich. Allzu schnell werden die Aargauerinnen und Aargauer also nicht aussterben.

(pat)