Zudem sind nach Angaben von Sutopo Purwo Nugroho mindestens 1477 Menschen ernsthaft verletzt und rund 156'000 Menschen obdachlos geworden.

Am Sonntagabend hatte sich ein Beben der Stärke 6,9 in nur zehn Kilometern Tiefe ereignet und tausende Gebäude zerstört oder beschädigt. Auf den nahe gelegenen Gili-Inseln und auf Bali waren die Erschütterungen ebenfalls deutlich zu spüren. Es gab heftige Nachbeben. Eine Woche zuvor waren auf Lombok bereits 17 Menschen bei einem Erdbeben der Stärke 6,4 ums Leben gekommen.

Am Mittwoch setzten die Einsatzkräfte mit schwerem Gerät ihre Suche nach Überlebenden in Ruinen von Häusern, Schulen und Moscheen fort. Am Dienstag war auf Aufnahmen von Rettungskräften zu sehen gewesen, wie sie einen Mann lebend aus den Trümmern einer Moschee bargen. Die Hoffnung, weitere Überlebende zu finden ist mittlerweile aber gering.

Die Versorgung der vielen Verletzten und Obdachlosen gestaltet sich schwierig, es fehlt an Essen, Decken und Medikamenten. "Wir haben sehr begrenzte personelle Mittel", beklagte der Gouverneur der Provinz, Muhammad Zainul Majdi. Mit einer Katastrophe dieses Ausmasses hätten die Behörden keine Erfahrung, sagte Majdi der Nachrichtenagentur AFP.

Die meisten Verletzten hätten gebrochene Knochen und Kopfverletzungen, sagte Kurniawan Eko Wibowo, Arzt in einem Feldkrankenhaus des Roten Kreuz. "Wir haben nicht die nötige Infrastruktur, um zu operieren, weil das in steriler Umgebung geschehen muss", sagte Wibowo der AFP.

Beschädigte Strassen und Brücken behinderten die Arbeiten in bergigen, schwer zugänglichen Gebieten. "In manchen Ortschaften, die wir besucht haben, war die Zerstörung vollkommen: Alle Häuser waren eingestürzt, Strassen aufgerissen und Brücken kaputt", sagte Arifin Muhammad Hadi, Sprecher des Roten Kreuz.

Betroffen ist vor allem der Norden und Osten von Lombok und damit nicht die Haupttouristenorte im Süden und Westen der Insel. Dennoch versuchten viele Besucher, die Insel so schnell wie möglich zu verlassen. Nach Behördenangaben seien die meisten ausländischen Touristen mittlerweile abgereist.