Nach 33 Betriebsjahren ohne grössere Investitionen seien bauliche und sicherheitstechnische Massnahmen notwendig, die den Bahnbetrieb für die nächsten 50 Jahre sicherstellten, teilte die Matterhorn-Gotthard-Bahn am Donnerstag zum Auftakt der Hauptarbeiten in Realp UR mit. Durch den Tunnel fahren der Glacier-Express, Regional- und Autozüge.

Mit der Planung der Sanierung hatte man bereits 2008 begonnen. In einem ersten Schritt waren seit 2014 Installationen erneuert, eine neue Lüftungszentrale eingebaut und Arbeiten am Gewölbe vorgenommen worden. So kann das Tunnelwasser künftig besser gefasst und abgeleitet werden.

Dieses hatte den Tunnelbauern bereits vor 45 Jahren Kopfzerbrechen bereitet. Nach dem Baustart für den knapp 15,4 Kilometer langen Zugtunnel im Herbst 1973 zwischen Realp und Oberwald VS hatten die Arbeiter mit Wassereinbrüchen von bis zu 5000 Litern pro Minute und Steinschlag zu kämpfen.

Statt der veranschlagten 74 Millionen hatte der Tunnel, als er im Juni 1982 durch den damaligen Verkehrsminister Leon Schlumpf eröffnet wurde, 318 Millionen Franken verschlungen. Für den Endausbau und die Bahntechnik blieb ein Jahr Zeit, was nur einen minimalen Ausbaustandard zuliess.

Zwölf Wochen gesperrt

Deswegen und weil die damaligen Normen und Richtlinien die heutigen Sicherheitsanforderungen nicht mehr erfüllten, werden nun bis voraussichtlich 2025 Sanierungsarbeiten vorgenommen. So entstehen insbesondere mehr Möglichkeiten zur Selbst- und Fremdrettung, die neue Lüftung kann im Brandereignis eine rauchfreie Zone schaffen.

Die Hauptarbeiten aber umfassen die Erneuerung der Kabelanlagen, der Fahrbahn und der Fahrleitung. Statt einer Schotterfahrbahn kommen die Schienen auf festem Grund zu liegen.

Die Arbeiten werden grösstenteils nachts oder während der regelmässig im Herbst angesetzten Streckensperrungen vorgenommen. Zum Ende der Sanierung allerdings sind während zwölf Wochen Komplettsperrungen nötig. Das 190-Millionen-Franken-Projekt ist das grösste in der Geschichte der Matterhorn Gotthard Bahn. Das Geld dafür stammt vom Bund und den Kantonen Wallis, Uri und Graubünden.