Das Dienstreglement verbietet Armeeangehörigen politische Propaganda in Uniform. Im laufenden Abstimmungskampf um das Waffenrecht aber, scheint dieser Grundsatz zuweilen aufgehoben. So etwa im Falle von Brigadier Markus Ernst, der vergangene Woche an einer Delegiertenversammlung des Luzerner Schützenverbandes für das Referendum gegen die Vorlage weibelte, wie mehrere Anwesende aus dem Pro- und Kontralager gegenüber SonntagsBlick bestätigen.

Ernst, ein Lokalpolitiker der FDP, wollte gegenüber SonntagsBlick keine Stellung nehmen.

Armeesprecher Daniel Reist stellt sich vor den hohen Offizier: «Nach unseren Informationen gab Brigadier Ernst auf dem Podium keinerlei Parole oder Wahlempfehlung aus. Seine Aussagen und sein Auftritt entsprechen den Vorgaben.»

FDP-Ständerat Damian Müller (34), der an dem Hildisrieder Treffen teilgenommen hat, sieht dies komplett anders: «Ich war über die Worte von Brigadier Ernst derart irritiert, dass ich ihn nach seinem Grusswort fragte, in welchem Auftrag er am Anlass auftrat.»

Müller weiter: «Als Vertreter der Armee, notabene in Uniform, kann er nicht für ein Referendum weibeln», er sei dem Bundesrat verpflichtet.

Auch SVP-Nationalrat Felix Müri, der mit im Saal sass und die Revision ablehnt, bestätigt Müllers Feststellung: «In meiner Wahrnehmung sprach sich Brigadier Ernst für das Referendum aus», sagt er. Das habe ihn und viele andere natürlich sehr gefreut. (CHM)